Künstler erinnert an den Kampf um die Hütte
12.02.2012 | 19:11 Uhr 2012-02-12T19:11:00+0100
Hattingen. Im Rahmen eines kulturellen Neujahrsempfangs und der Finissage der Ausstellung von Arbeiten des Blankensteiner Künstlers Egon Stratmann, lud der Förderverein Stadtmuseum Blankenstein am Sonntag ins Museum ein.
Im Rahmen eines kulturellen Neujahrsempfangs und der Finissage der Ausstellung von Arbeiten des Blankensteiner Künstlers Egon Stratmann, lud der Förderverein Stadtmuseum Blankenstein am Sonntag ins Museum ein.
Die Ausstellung hatte großen Anklang gefunden, der Künstler selbst stellte sich für Führungen und Gespräche zur Verfügung. Mit der Retroperspektive präsentiert das Museum einen Maler und Grafiker, in dessen Werken, sich die inhaltlichen Schwerpunkte Kirche, Bergbau und Stahl wiederfinden. „Von Kindestagen an, habe ich eine durchgängig feste Bindung zur Kirche und meine beiden Großväter waren im Bergbau tätig“, erklärt Stratmann seine Beziehung zu den Themen. „Auch die Stahlwerke faszinierten mich schon immer“. „Fahnen des Widerstands“ ist der Titel einer Installation, bestehend aus roten Tuchen, die als Symbol des Protests gegen die Schließung der Kohle- und Stahlwerke bereits den Hochofen der Henrichshütte schmückten. Blut, Feuer, Bedrohung. Diese Begriffe setzt der Künstler mit der Farbe rot in Verbindung. „Ich habe die eingefärbten Baumwolltücher neben die Gießrinne gelegt, um Spuren des Alltags einzufangen“ sagt Stratmann. „Sie lassen mich an eine Zeit zurückdenken, in der alle Hattingen zusammenrückten und gemeinsam gekämpft haben, das war großartig“.
„Wir haben ganz bewusst zum Abschluss dieser Ausstellung eingeladen“, so Dieter Liebig, Vorsitzender des Fördervereins. Diese steht am Ende einer zehnjährigen Ära, in der die Stadt Wechselausstellungen angeboten hat. „Selbstverständlich war nicht jede Ausstellung ein großer Publikumserfolg, jedoch erreichten alle ein gutes bis zum Teil sehr hohes Niveau und waren begleitet von museumspädagogischen Angeboten“. Erfolgreich waren beispielsweise die Zwangsarbeiter-, Bauhaus- und Ötzi-Ausstellung, zudem wussten Besucher Werke von A. Paul Weber, Günther Uecker, Jörg Immendorf, Picasso-Matisse und Marcello Morandini zu schätzen. Die nächste Ausstellung steht unter der Leitung des Märkischen Museums Witten, mit welchem das Stadtmuseum fortan fusioniert. Die einzige, bereits für das Jahr 2012 terminierte Ausstellung, eine Auswahl der Werke des deutschen Expressionismus aus der Sammlung des Märkischen Museums, wird nunmehr von Freitag, 2. März, auf Freitag, 24. März, verschoben.
0mitdiskutieren