Kostenloses Eis kühlt bei der Arbeit

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Was wir bereits wissen
Das Wetter-Hoch „Annelie“ sorgt für hochsommerliche Temperaturen. Mehr zu trinken als sonst, ist jetzt besonders wichtig. Aber nicht jeder kann sich in seinem Alltag vor der Hitze schützen.

Hattingen..  Die Hitze hält die Stadt im Griff: Temperaturen von mehr als 35 Grad am Donnerstag, am Wochenende könnte es noch heißer werden. Da läuft der Schweiß, da macht Arbeiten wenig Spaß. Stattdessen läuft der Betrieb im Freibad Welper auf Hochtouren.

Vor allem, wer in diesen Tagen draußen arbeiten muss, kann sich vor der Hitze nur schwer schützen. So zum Beispiel Dachdecker, die kaum Möglichkeiten haben, im Schatten zu arbeiten. „Die Arbeit macht unter diesem Umständen nicht wirklich Spaß“, sagt Thorsten Gördes, Geschäftsführer des gleichnamigen Dachdecker-Betriebes. Denn auch an bestimmten Tricks gegen die Temperaturen mangelt es bei der Arbeit auf dem Bau.

Dennoch versteckt sich sein Team nicht vor der Arbeit, allerdings mit Einschränkungen: „Man kann nicht die gleiche Leistung erwarten, wie an anderen Tagen. Und wir können derzeit auch nicht mit allen Materialien arbeiten“, so Gördes. Arbeiten mit Metallrohren müssen zum Beispiel warten.

Einen Ausfall aufgrund der Hitze gab es im Verlauf der Woche bei Görges aber bisher nicht. „Als Chef gebe bei diesen Temperaturen auch mal einen Kasten Wasser aus. Und wenn jemand aus dem Team Sonnencreme braucht, liegt die ebenfalls bereit.“

Kostenloses Eis in der Reha-Klinik

Ähnlich ins Schwitzen kommen die Mitarbeiter der Reha-Klinik in Holthausen. „Wir haben hier keine Klimaanlage und dann wird es natürlich schnell warm im Gebäude“, sagt dazu Volker Martin, Sprecher der Klinik, und verweist auf die Nachteile einer Klimaanlage wie etwa den hohen Stromverbrauch.

Auf die Umstände reagiert hat die Klinikleitung aber dennoch, und das mit einer erfrischenden Idee: „Für unsere rund 570 Mitarbeiter gibt es am Donnerstag und Freitag in der Mittagszeit kostenloses Eis in der Cafeteria“, teilte Martin den Mitarbeitern am Donnerstagmorgen per Rundschreiben mit. Die Idee hatte Klinikgeschäftsführer Philipp Matthiass, der kurzerhand die Vorräte auffüllen ließ.

Artur Binkowski hat derweil das Glück, in bestens klimatisierten Räumen zu arbeiten. „Die Klimaanlage wurde erst vor Kurzem erneuert, daher sind die Temperaturen in der Bank wunderbar“, sagt der Geschäftsstellen-Leiter der Volksbank.

DAK schaltet Sonder-Hotline

Dennoch ist er seinen Mitarbeitern beim Dresscode entgegen gekommen: „Wir haben beschlossen, dass am Donnerstag und Freitag auf Sakko und Krawatte verzichtet werden darf.“ Entsprechend setzen weiblichen Mitarbeiter bei diesen Temperaturen verstärkt auf Rock statt Hosenanzug.

Für die Besucher ändert sich nichts. „Wir bieten unseren Kunden auch bei schlechtem Wetter Getränke an. Jetzt wird allerdings weniger zum Kaffee gegriffen“, erzählt Binkowski. Er selbst blieb den Regeln der Bank treu und kam mit Jacke und Krawatte zur Arbeit. Erst nach dem Mittagessen tauschte er das Hemd und entschied sich für kurze Ärmel.

Bei den für die Region ungewohnt hohen Temperaturen kommt auch der menschliche Körper an seine Grenzen. Vor allem ausreichendes Trinken wird da zu einer Hauptbedingung für ein gesundes Wochenende.

Aufgrund der großen Sommer-Hitze schaltet die DAK Gesundheit in Nordrhein-Westfalen am Freitag eine medizinische Sonder-Hotline. Mehrere Ärzte bieten dann bei gesundheitlichen Beschwerden durch die hohen Temperaturen unter 0800 11 11 841 eine telefonische Beratung an. Die Hotline ist zwischen 10 und 16 Uhr aktiv. Das kostenlose Angebot können Kunden aller Krankenkassen nutzen.