Das aktuelle Wetter Hattingen 7°C
Klavierfestival

Konzertabend der Extraklasse

01.06.2012 | 18:00 Uhr
Konzertabend der Extraklasse
Ramon Vallé. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool

Hattingen.  Ramón Valle Trio überzeugt bei Klavierfestival-Premiere in der Gebläsehalle.

Mit Stücken von Ernesto Lecuona sowie eigenen Kompositionen und Improvisationen begeisterte der kubanische Jazzpianist Ramón Valle zusammen mit Omar Rodriguez Calvo am Bass und Schlagzeuger Owen Hart Junior das Publikum in der Gebläsehalle.

Das Debüt des Ramón Valle Trios beim Klavierfestival Ruhr ist ein Erfolg: Gut gelaunt plaudert der gebürtige Kubaner, der seit Jahren in Amsterdam lebt und arbeitet, wie die Geburt seines Sohnes Fabio sein Leben verändert und ihn auch in seinem künstlerischen Schaffen beeinflusst und inspiriert.

Ein vielseitiger, facettenreicher Erzähler großer und kleiner Geschichten ist Ramón Valle auch am Klavier: In nostalgischen Fragmenten und perlenden Figuren, klangschön und expressiv phrasiert, hängt er seinen wechselvollen Gedanken nach. Mit dem Einsatz des dezent akzentuierenden Schlagzeugs gewinnen seine Melodien in „Reverso“ an Bewegung und Dynamik, bevor die musikalische „Reise zu sich selbst“ leise verklingt. Herausforderungen thematisiert „El reto“ mit seinen prägnanten, scharf punktierten Rhythmusfiguren und seinem heißen, fetzigen Sound. Hell-flirrende, gellende Klaviertremoli setzen grelle Akzente.

Ruhig und besinnlich dagegen gestaltet Ramón Valle „Fabio“, das er seinem Sohn gewidmet hat: Weich phrasierte Melodiebögen zu dezenter Schlagzeuguntermalung lassen eine zärtlich-verträumte Stimmung entstehen.

Spontane Bravorufe löst „Siboney“ aus, eines der bekanntesten Lieder des Komponisten Ernesto Lecuona: Kubanische Rhythmen in groovigem Sound, die sich immer mehr steigern und schließlich hektisch zu überstürzen scheinen, interpretiert das Ramón Valle Trio mit atemberaubender Virtuosität und mitreißendem Ausdruck.

Musikalische Porträts entwirft der charismatische Künstler in seinem Stück „Fünf Schwestern“: Klassische Elemente verbinden sich in diesen fünf fragmentarischen Skizzen mit groovigem Jazz und folkloristischen Melodien. Für jede dieser Skizzen findet er einen eigenen Stil. In Improvisationen lädt der große musikalische Erzähler die überraschten Zuhörer zum Mitsingen des Refrains ein.

Wild-bewegt und temperamentvoll gestaltet das Ramón Valle Trio „Dream“; ungestüme Bewegung kennzeichnet auch die Interpretation von „Baila, Harold, baila“, die sich zu immer fulminanterem Wirbel steigert und so das Agieren eines Tänzers Klang werden lässt. Im tosenden Applaus endet ein Konzertabend der Extraklasse.

Konstanze Führlbeck



Kommentare
Aus dem Ressort
Höhere Pauschale vom Land hilft wenig
Asyl
Stadt erhält 84 000 Euro zusätzlich. Dezernentin Beate Schiffer: Können nur das Defizit verringern.
Hattingen zeigt Größe im Kleinen
DAphA
Vom 7. bis 9. November stehen beim sechsten internationalen Aphoristikertreffen im Stadtmuseum Blankenstein die Nachbarn der kleinen Gattung im Mittelpunkt.
Hier gehören die Grünabfälle in Hattingen hin
Grünschnitt
Am Hattinger Recyclinghof gibt es eine Annahmestelle für Grünabfall. Alternativen bieten sich im privaten Bereich durch die Biotonne oder einen eigenen Kompost. Kostenlos kann Grünabfall nur selten abgegeben werden,
Verwarnung und Geldauflage nach Böllerwurf
Prozesse
Amtsgericht befindet 19-Jährigen der versuchten Körperverletzung für schuldig.
Schulgebäude trotzen sinkender Schülerzahl
Gebäudewirtschaft
Die Stadt Hattingen hat in den sieben Jahren von 2006 bis 2013 insgesamt 1190 Schüler verloren. Die Zahl der Schulgebäude bleibt dennoch nahezu konstant. Verkauft werden soll jetzt nur eines.
Fotos und Videos
Wolf Codera in Hattingen
Bildgalerie
Session Possible
Kindermusical begeisterte.
Bildgalerie
Jericho
Konzert
Bildgalerie
Chorerlebnis
Impressionen vom neuen Theaterstück
Bildgalerie
Laienspielgruppe