Kölnerinnen bekommen Anneke-Preis

Christiane Nicolai (li, Vorsitzende des Kunstvereins Hattingen) und Jutta Dinca (Gleichstellungsbeauftragte Hattingen).
Christiane Nicolai (li, Vorsitzende des Kunstvereins Hattingen) und Jutta Dinca (Gleichstellungsbeauftragte Hattingen).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Organisationsteam um die beiden Gleichstellungsbeauftragten der Städte Hattingen und Sprockhövel freut sich auf die Auszeichnung des Kölner Frauengeschichtsvereins am 25. April.

Hattingen..  Die Auszeichnung für den diesjährigen Anneke-Preises wird nach Köln verliehen. Das Organisationsteam des zum dritten Mal ausgeschriebenen Preises lüftete am Mittwoch das Geheimnis und verriet, dass der begehrte, mit 1000 Euro dotierte Preis an den Kölner Frauengeschichtsverein geht.

Der engagierte Verein setzt sich seit mehr als 30 Jahren für Frauen ein, begann bereits 1985 mit den ersten frauengeschichtlichen Stadtrundgängen in Köln. Auch heute noch werden die unterschiedlichsten Frauen der Stadt ins Gedächtnis gerufen, wobei sich die urbane Spurensuche auf Antike, Mittelalter sowie Neuzeit bezieht.

Von Göttinnen über Mörderinnen, Bankerinnen, Literatinnen bis hin zu Wissenschaftlerinnen und Revoluzzerinnen reicht die historische Porträtierungs-Palette der Historiker und widmet sich auch spezifischen Themen wie Hexenverfolgung, Frauenarbeit und Emanzipation. Im Laufe der Jahre weitete sich das Engagement auch über die Grenzen der Domstadt hinaus, sodass man inzwischen auch überregionale Exkursionen, Ausstellungen und Vorträge anbietet.

„Man hat sich für diesen Verein entschieden, weil er schon seit 30 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Historie der Frauen leistet. Diese Arbeit ist von allen Bewerbungen am nachhaltigsten“, begründet Sabine Schlemmer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sprockhövel, und ergänzt, dass die Wahl sogar einstimmig ausgefallen sei. Der Kölner Frauenverein hatte sich bereits bei der letzten Preisverleihung vor zwei Jahren beworben und war damals nur knapp gescheitert. Im übrigen ist Köln mit Preisverleihungs-Namensgeberin Mathilde Anneke eng verbunden, weil die Freiheitskämpferin und Frauenrechtlerin dort einige Jahre lang gelebt und sich als revolutionäre Sozialistin engagiert hat. Nun freut man sich auf den Festakt am 25. April, der unter dem Motto „Frauenrechte - Gemeinsam Feiern“ facettenreich ausfällt und neben der Preisverleihung eine Kunstausstellung mit 16 Künstlern aus Hattingen, Sprockhövel, Essen und Bochum sowie eine Theateraufführung durch Schüler des Bochum-Lindener Gymnasiums vorsieht. Während die Künstler im Alten Rathaus mit ihren Werken den Facettenreichtum Annekes darstellen sollen, soll das selbst geschriebene, als Open-Air auf dem Obermarkt aufgeführte Theaterstück „Eine starke Frau“ Lebenslauf und Engagement Annekes in Erinnerung rufen. „Wir stellen jedes Mal ein anderes Format auf die Beine, um damit die Vielseitigkeit Annekes darzustellen“, kommentiert Schlemmer den dreiteiligen Festakt und führt Annekes vielfältige Verdienste für Frauenrecht, Freiheit, Demokratie und Vernunft an. „Wir wollen zeigen, dass Anneke eine Identifikationsperson ist und zum Festakt die gesamte Stadt beleben“, freut sich auch Hattingens Gleichstellungsbeauftragte Jutta Dinca auf den letzten April-Samstag.