Klönende Stadt-Blogger
27.04.2009 | 15:03 Uhr 2009-04-27T15:03:00+0200Im Internet präsentieren drei Hattinger persönliche Anekdoten und setzen sich mit lokalen Ereignissen auseinander
Mit seinem Weblog einen öffentlichen Seelen-Striptease hinzulegen, davon ist das Trio einige Lichtjahre entfernt. „Wir schreiben ja nicht jedes Detail aus unserem Leben auf die Internet-Seite”, betont Torben Heinert. Die Webpräsenz www.hattingen-bloggt.de mit einem Online-Tagebuch zu vergleichen, sei daher unzulässig, findet der 30-Jährige. Vielmehr sieht er die Seite als eine Art Plattform für Freunde, Familie und Bekannte, sowie für Hattinger und alle, die ein näheres Interesse an der Ruhrstadt mitbringen.
„Sie ist noch total im Aufbau”, erklärt der Maschinenbau-Techniker mit Blick auf den bislang noch etwas überschaubaren Inhalt. Doch die drei Freunde schrauben eifrig daran, den Besucher in Zukunft ein üppigeres Angebot zu servieren. Die seit Februar diesen Jahres eingerichtete Internet-Seite ist grob in zwei Parts gegliedert: Der auf Hattingen bezogene Teil und der eher private Teil mit persönlicheren Beiträgen von Theinert und Dennis May.
Letzterer ist nur für registrierte Besucher zugänglich. „Es geht darum, Leute aus unseren Umfeld, die man nicht so oft sieht, an unserem Leben teilnehmen zu lassen”, erklärt Theinert dazu und verweist exemplarisch auf einen Reisebericht vom letzten USA-Trip. „Wir geben bestimmte Punkte aus unserem Leben preis. Alles was man bei einem geselligen Kaffeetrinken erzählen würde”, ergänzt May.
Mindestens genauso spannend ist der Teil der Seite, der sich mit der Stadt Hattingen auseinander setzt: Kompakte Restaurant-Kritiken, Stadtgeschichte, ein sich im Aufbau befindliches Bild-Archiv und ein Event-Countdown: er zählt beispielsweise die Tage bis zur Blankensteiner Pfingstkirmes. Im Mittelpunkt stehen aber die Beiträge über „alles, was uns in der Stadt auffällt. Das schildern wir dann aus unserem persönlichen Blickwinkel heraus”, sagt Heinert. Quasi vom Wohnzimmer-Fenster aus kommentiert und beobachtet Björn Kruse einen Hausabriss in der Südstadt. Mit Fotos dokumentiert er den aktuellen Stand der Arbeiten. Und als Dennis May kürzlich auf den seit September für Fahrradfahrer und Fußgänger geöffneten Schulenbergtunnel stieß, veröffentlichte der Industriekaufmann auch darüber ein paar Zeilen.
Die größte Beachtung fanden aber ihre Beiträge über die Eröffnung des Reschop Carrés. „Da hatten wir am Tag rund 120 Zugriffe auf die Seite”, bilanziert Heinert stolz. Nun habe es sich bei täglich 40 eingependelt. Aber auf der Jagd nach rekordverdächtigen Klickzahlen sind die drei Freunde ohnehin nicht. „Wir werden auch keine Werbung auf die Seite packen. Wir wollen damit nichts verdienen”, unterstreicht May den nicht kommerziellen Hintergedanken. Sensibel achten sie darauf, dass unter den Kommentaren, die jedermann zu ihren Beiträgen stellen kann, keine Werbung oder rechtlich bedenkliche Äußerungen sind.
Ansonsten steht das Trio jedem, der in irgendeiner Form am Blog mitwirken möchte, aufgeschlossen gegenüber. „Wir sind da ziemlich offen”, so Heinert. Schließlich wollen sie auch weder eine ständige Tagesaktualität gewährleisten noch journalistischen Ansprüchen genügen. Nur sollten alle Beiträge ein wenig auf ihre Altersgruppe zugeschnitten sein. „Also ein Seniorentanz im Altersheim interessiert uns beispielsweise nicht so sehr”, grinst May.
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