Klaus Orth soll SPD-Stadtverband führen

Klaus Orth
Klaus Orth
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Was wir bereits wissen
Der Parteivorstand hat sich einmütig auf den 66-jährigen Wennischen als Nachfolger der zurückgetretenen Sabine Kelm-Schmidt festgelegt. Gewählt wird Ende April.

Hattingen..  Seit dem 16. Dezember 2014 fehlt dem SPD-Stadtverband Hattingen ein führender Kopf. An dem Tag war Sabine Kelm-Schmidt (44) nach zweieinhalbjähriger Amtszeit zurückgetreten. Offiziell verkündete die stellvertretende Landrätin, sie wolle sich künftig stärker auf ihre Arbeit im Kreistag konzentrieren. Maßgeblichen Anteil an der Entscheidung hatte aber wohl die Tatsache, dass die SPD-Chefin ihren Favoriten für die Bürgermeisterkandidatur nicht durchbringen konnte. Dirk Glaser unterlag Manfred Lehmann in zwei Wahlgängen deutlich.

Bei der Suche nach einer Führungsfigur, die die Gräben innerhalb der örtlichen SPD zuschütten und die Partei wieder zusammenführen kann, sind die Sozialdemokraten offenbar fündig geworden. Klaus Orth soll neuer Parteivorsitzender werden. Nach dem engeren hat sich jetzt auch der erweiterte Stadtverbandsvorstand für den 66-jährigen Wennischen ausgesprochen. „Einmütig“, wie es aus Teilnehmerkreisen heißt. Zurzeit ist Orth in den Ortsvereinen unterwegs, hat Holthausen und Welper bereits erfolgreich hinter sich gebracht. Die offizielle Wahl des neuen Vorsitzenden soll dann Ende April erfolgen.

Klaus Orth sei der richtige Mann zur richtigen Zeit, ist von verantwortlichen Sozialdemokraten aus Partei und Fraktion zu hören. Wie schon beim Bürgermeisterkandidaten Manfred Lehmann (55), der in der NRW-Finanzverwaltung in Düsseldorf arbeitet und Landesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft ist, werden auch bei Klaus Orth fachliche Kompetenz und Erfahrung in Führungspositionen besonders hervorgehoben. Der gebürtige Essener, der seit 1988 in Niederwenigern wohnt, war in seiner aktiven Berufszeit Arbeitsdirektor beim TÜV Nord und als Gewerkschafter Bezirksleiter der ÖTV NRW. „Der Mann kann Menschen führen“, wird aus der SPD-Fraktion berichtet.

Was allerdings auch als Spitze in Richtung seiner Vorgängerin gelesen werden kann. Sabine Kelm-Schmidt, die im Mai 2012 als Nachfolgerin von Rainer Bovermann angetreten war, die Traditionspartei vor Ort zu modernisieren und für neue Wählerschichten wählbar zu machen, war parteiintern höchst umstritten. Vielen in der SPD passte weder die Person der Vorsitzenden, noch der Kurs, den sie einschlug.

Klaus Orth ist seit 45 Jahren SPD-Mitglied. Er traut sich zu, die Orts-Partei zu einen. „Ich denke, die Kraft zur Integration ist bei mir vorhanden“, sagt er im Gespräch mit der WAZ. Und lässt keinen Zweifel daran, dass dies nicht nur gut, sondern auch schnell gelingen muss. Am 13. September ist Bürgermeisterwahl. „Da ist noch viel zu tun.“