Klage: Platzmangel an Grundschule

Foto: Schulpflegschaft
Was wir bereits wissen
Bei der Raumsituation in Holthausen zeigt der Daumen von Schulpflegschaft und Kindern nach unten. Angst vor Umzug ins Schulzentrum.

Hattingen..  Marode Klettergerüste, ruinierter Schulhof-Asphalt, veraltete Klassenräume, unzureichende Betreuungsräume: „Sogar der fast baufällige Gemeindetreff wird für die Kinder herangezogen, weil die Stadt nicht mehr Herr der Lage wird“, schreiben Vorsitzende Julia Hartbecke und ihre Vertreterinnen Daniela Kaminski und Claudia Gräbener für die Schulpflegschaft der Grundschule Holthausen.

Ihr Daumen und der zahlreicher Kinder zeigt nach unten bei einem Ortstermin, weil eines dort raumgreifend sei: der Platzmangel. Nach Ansicht der Schulpflegschaftsvertreterinnen vergisst die Politik in Holthausen „nicht nur ältere Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Familien“. Anders können sie es sich nicht erklären, dass munter gebaut wird, zwei arbeitende Elternteile „gelebte Realität sind“, die Betreuungsanträge für den Ganztag in den letzten Jahren konstant bei mehr als 100 Kindern lagen, die Jungen und Mädchen aber überall eingeengt werden.

Politiker aller Parteien seien vor Ort gewesen, haben „die nicht kindgerechte Bestuhlung und Tische sowie das marode Gebäude in Augenschein genommen“. Passiert sei nichts, die Schließung des Gemeindetreffs eine Frage der Zeit. Dort sitzen die Kinder im Verlässlichen Vormittag auf Erwachsenenmöbeln, die neben der Awo auch andere Gruppen nutzen. Betreuung finde aus Platzmangel nicht nur in Pavillon und Gemeindetreff statt, sondern auch in Klassen, wo bis 17 Uhr „gespielt, gegessen, gelernt, ausgeruht werden soll“.

Rudolf Viefhaus vom Gebäudemanagement der Stadt versteht beide Seiten, Schule und Arbeiterwohlfahrt, die den Treffpunkt gemeinsam nutzen und sich jeweils einschränken, um auf den anderen Rücksicht zu nehmen. Eine Ganztagsgruppe der ist schon in den Jugendtreff gewechselt, weil es an der Schule zu eng wurde, und kann somit nicht mehr an den AGs teilnehmen. Viefhaus ist auch bei den Treffen im Unterausschuss Schule dabei, die sich mit der künftigen Schulentwicklungsplanung und der Nutzung von Gebäuden auseinandersetzt. „Wir können nicht eine halbe Schule leer stehen lassen“, sagt er in Bezug auf das Schulzentrum und die sich auflösende Realschule dort. Die Entscheidung treffe die Politik. Die Schulpflegschaft der Grundschule Holthausen befürchtet, „dass die Politik Holthausen gezielt vernachlässigt, nicht mehr investiert und damit das Ausweichen auf die leere Realschule im Schulzentrum in die Wege zu leiten, um Bauland zu gewinnen“. Dorothea Kiesewetter, Vorsitzende des Unterausschusses, bestätigt, dass derzeit in alle Richtungen gedacht wird, wer was belegen könnte.