Kita-Plätze nur für Hattinger Kinder

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Was wir bereits wissen
Wenige Ausnahmen. Erzieherin nach der Elternzeit bringt manchmal ihren Nachwuchs mit. Verwaltung: Rechtsanspruch gilt nur vor Ort.

Hattingen..  Witten will keine Kinder aus anderen Städten mehr aufnehmen, so die WAZ, weil in den Jahren 2015/16 genau 40 Plätze fehlen würden, während derzeit 118 Kinder aus Nachbarstädten die Wittener Kitas besuchen. In Hattinger Einrichtungen sind auswärtige Jungen und Mädchen jetzt schon die Ausnahme. Das bestätigen Dezernentin Beate Schiffer und Iris Michallek, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Jugend, Schule und Sport der Stadt. Einzelne Kinder in Hattinger Randgebieten würden vielleicht woanders zur Kita gehen, so Beate Schiffer.

Ursache für die Marschrichtung Hattinger Plätze nur für Hattinger Kinder ist der Rechtsanspruch: Er gilt laut Verwaltung nur in der eigenen Stadt, kann aber nicht woanders geltend gemacht werden. Allerdings gilt auch hier: „Keine Regel ohne Ausnahme“, so Iris Michallek. Sie wird beispielsweise für Kinder von Personal gemacht, das nicht in Hattingen wohnt. Wenn etwa eine Erzieherin ihren Spross zur Kita mitnimmt, in der sie arbeitet. Iris Michallek: „Wir sind dankbar für jede Erzieherin, die aus der Elternzeit wiederkommt.“

Sind Kinder aus Nachbarstädten dann willkommen, wenn Platz in der Hattinger Kita ist? Selbst diese Frage wird nicht bejaht. Nicht weil jemand etwas gegen Kinder von außerhalb hätte. „Aber wir würden uns ja für drei Jahre binden“, so Michallek. „Und wir können das Kind ja nicht später rausschmeißen, falls doch Bedarf besteht.“

So wird es auch mit den Kindern gehalten, die im Lauf ihrer Kitazeit mit den Eltern wegziehen und nun beispielsweise als Bochumer in der Statistik geführt werden. Sie dürfen selbstverständlich bleiben – wie auch die Jungen und Mädchen, die in andere Nachbarstädte ziehen.

Ob es Hattinger in Wittener Kitas gibt, kann Lena Kücük aus der Pressestelle der Stadt Witten nicht sagen. Auch müsse die Politik – am 12. Februar tagt dort der Jugendhilfeausschuss – erst noch beschließen. U3-Kinder von außerhalb, so Oliver Trappe, Pressesprecher der Stadt Bochum, werden nicht genommen, „die Plätze sind sehr teuer“. Bei Drei- bis Sechsjährigen wird auf den Einzelfall geschaut. Sie können zum Zug kommen, wenn noch Platz ist. Das Statistische Landesamt hatte für 2013 festgestellt, dass sich die meisten Auspendler aus Hattingen (3870, darunter 2024 Frauen) auf den Weg nach Bochum machen.

Ob sich an der Zahl der Kita-Plätze in Hattingen etwas ändert, kann die Stadt noch nicht sagen. „Die Eltern haben ein Wahlrecht“, so Iris Michallek. Viele hätten sich in mehreren Einrichtungen angemeldet. Mit nichtstädtischen Einrichtungen werden Anmeldungen abgeglichen. Außerdem sei die Zahl abhängig davon, wie viele Stunden die Eltern buchen.