Kinderprinzen werfen 100 Kilo Kamelle

Kinderprinzessin Alexa I.
Kinderprinzessin Alexa I.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf dem Wagen von Alexa I. und Janis I. fährt beim 38. Rosenmontagszug auch der Holti mit. Und die WAZ-Redaktion. Ein Stimmungsbericht.

Hattingen..  Alexa I. und Janis I. lächeln. Um sie herum stehen volle Kartons mit mehr als 100 Kilogramm Kamelle und anderen Kleinigkeiten. Mit auf ihrem Wagen fährt das Maskottchen des Holthauser Rosenmontagszug, der Holti. Und die WAZ, die das Kinderprinzenpaar beim 38. Zug begleitete. An vorletzter Stelle steht der Wagen, der wie ein Schloss aussieht, als es losgeht. Mit einem Kilometer pro Stunde setzt sich der Zug auf der Hermannstraße um 15.11 Uhr in Bewegung. Es dauert, bis die ersten Jecken an der Einmündung zum Ewaldweg am Wegesrand stehen und auf Kamelle warten. Mit Karnevalsschlagern stimmt sich die Gruppe ein.

Anja Schulte (Holti), und Kerstin Wolff, die Mutter der Kinderprinzessin, atmen noch einmal tief durch. Neben ihnen sind noch die Mutter von Janis I., Heike Linke, die beiden Adjuvanten Jennifer und Felix, Solomariechen Eileen sowie zwei Freunde des Kinderprinzenpaars, Elena und Tom, an Bord. Den Fußtrupp bilden acht weitere Mitglieder des Aktivenkreises. Sie verteilen Bonbons, Popcorn, Weingummi, Chips, Flips und Bälle.

Die Kinder haben Spaß. Sie haben es mit dem Werfen so eilig, dass die Mütter sie bremsen müssen. „Wir sind noch nicht bei der zweiten Kurve“, gibt Kerstin Wolff als Hinweis. Alexa und Janis möchten gerne verteilen, werden auch an manchen Stellen namentlich gerufen und zum Werfen aufgefordert. „Schau’ mal, da sind zwei deiner Verehrerinnen“, sagt der Holti zu Janis, als der Wagen an der Karlstraße vorbeikommt. „Gehst du mir schon wieder fremd?“, fragt ihn Alexa, nachdem er den beiden als Katzen verkleideten Mädchen Kamelle zuwirft.

Die Prinzessin ist munter und tanzt zwischendurch immer mal wieder. Manchmal klatscht sie auch in die Hände, und die Jecken am Straßenrand tun es ihr gleich. Sie belohnt sie mit reichlich Chips. „Ihr müsst auch fangen“, ruft die Kinderprinzessin ihnen zu, als die Hälfte auf dem Boden landet. Einigen Kindern reichen Alexa und Janis ab und zu eine Autogrammkarte herunter. Die sind aber nicht so nachgefragt wie die Süßigkeiten. Immer wieder winken die Jecken den Kindern zu, rufen „Holau“.

Auch der Holti verteilt reichlich. In den vergangenen Jahren ist er immer zu Fuß mitgelaufen. „Ich wollte mit auf den Wagen, hier passiert mehr. Außerdem ist es schön, mit meiner Tochter zusammen zu fahren“, sagt Anja Schulte. Die Adjuvantin Jennifer ist ihre Tochter. Beide zünden mit den anderen gemeinsam in der Kurve am Restaurant „An de Krüpe“ eine Konfettikanone. Dort werfen sie deutlich mehr, weil viel mehr Jecken als anderswo auf sie warten. Auf den letzten Metern geht dann alles über Bord, was noch übrig ist. „Es war schon mehr als in 2014“, erzählt Kerstin Wolff.

Nach dem Zug ist Alexa sprachlos. Man sieht ihr an, dass sie ihn genossen hat. Für ihren Prinzen war es der erste Zug. „Es war doch ganz gut“, findet er. Dann ist erst einmal der Gang zur Toilette angesagt. Denn die gibt es auf dem Wagen nicht. „Wir halten es auch so aus“, meint Kerstin Wolff.