Kinderbetreuung über eine App

Frank Chabrié
Frank Chabrié
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Was wir bereits wissen
Das Ehepaar Chabrié machte aus der Not eine Tugend und entwickelte eine kostenlose Anwendung, die beim Kita-Streik Eltern weiterhelfen soll.

Hattingen..  Durch die unbefristeten Streiks bleiben viele Kitas geschlossen. Wie lange? Offen. Das Ehepaar Silke und Frank Chabrié machte aus der eigenen Not eine Tugend: Die Software-Entwickler erfanden „Kita-Ausfall“ – eine kostenlose App und Internetseite für Betreuungsangebote im EN-Kreis.

„Die Idee kam uns vergangene Woche am Frühstückstisch“, erzählt Frank Chabrié, Inhaber der Firma „wupp.it“ in Wuppertal. „Da stellten wir fest, dass wir für unseren Sohn selbst ja auch Betreuungsbedarf haben werden.“ Es bot sich an, berufliche Expertise mit privater Not zu verknüpfen und in „relativ einfachen Schritten“ die Betreuungs-App fürs Smartphone zu entwickeln.

Dabei kam den IT-Spezialisten in den Sinn, dass viele Eltern einander höchstens vom Bringen oder Abholen kannten. Und genau hier soll die App, die auch als Internetseite www.kita-ausfall.de erreichbar ist, eine Plattform bieten, um sich miteinander auszutauschen. „Damit möglichst vielen Eltern, die Bedarf für eine Betreuung für ihr Kind haben, schnell geholfen wird“, erklären die Chabriés.

100 Kontakte in fünf Tagen

Sowohl die App als auch die Internetseite sind leicht zu verstehen und zu benutzen. „Ich trage einfach ein, an welchen Tagen ich betreuen kann oder wann ich Betreuung suche“, sagt Chabrié.

Insbesondere wollen die Chabriés Eltern, die durch die andauernden Streiks vor Problemen stehen, ansprechen. Doch seien auch kommerzielle Anbieter auf der Plattform willkommen. So berichten sie von einem Reiterhof, der spontan zehn Plätze zur Verfügung gestellt hätte. Auch Tagesmütter oder Vereine seien bereits auf der Internetseite und in der App aktiv geworden, so dass allein in den ersten fünf Tagen über 100 Kontakte zustande gekommen seien.

„Das Angebot haben wir jetzt auf den Ennepe-Ruhr-Kreis ausgeweitet“, sagt Frank Chabrié erfreut, „so können sich auch Leute aus Hattingen, Schwelm oder Sprockhövel eintragen und sich organisieren.“ Generell sei die Nachfrage riesig.

Ein Risiko bestehe jedoch, das geben auch die Chabriés zu: „Wir können nicht gewährleisten, dass diejenigen, die Plätze anbieten, auch dafür immerzu geeignet sind.“ Zwar kontrolliere das Unternehmen die Angebote und filtere etwaige dubiose Angebote – die es bisher nicht gegeben habe – heraus, „aber ein bisschen gesunden Menschenverstand müssen die Eltern noch selbst an den Tag legen“. Fotos sowie ausführliche Angaben zu den potenziellen Betreuern würden dies aber erleichtern.

Und um mit bestem Beispiel voranzugehen, haben auch die Chabriés bereits vorgesorgt: „Unser Sohn wird in den ersten zwei Tagen in den Genuss kommen, selbst daheim betreut zu werden. Zwei weitere Plätze bieten wir noch an.“ Und danach? „Da müssen wir mal schauen. Wenn die Großeltern nicht können, werden wir uns mal in der App umschauen.“