Kinder lernen, das Brot zu teilen

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Während der Kinderbibelwoche in der Evangelischen Gemeinde Winz-Baak beschäftigten sich Kinder und Betreuer mit Themen wie Nachhaltigkeit. Familiengottesdienst am Sonntag.

Hattingen..  „Einfach spitze, dass du da bist!“ Die Band Taktvoll spielt kaum drei Noten, da wissen die Kinder schon genau, welcher Text zu singen und welche Choreografie zu tanzen ist. Wie wild drehen sie sich im Kreis, werfen die Arme über den Kopf, halten sich gegenseitig an den Händen.

Die Kinderbibelwoche in der Evangelischen Kirchengemeinde erfreut sich immer wieder großer Beliebtheit: Mehr als 60 Kinder beschäftigten sich in diesem Jahr mal spielerisch, mal ernsthafter mit dem Thema „Vom Brot des Lebens werden alle satt“.

„Der Bibelwoche geht immer eine lange Zeit der Planung voraus“, erklärt Pfarrer Bodo Steinhauer. Gemeinsam mit 23 Teamern und anderen Freiwilligen bereitete er das Thema und die altersgerechte Aufbereitung mehrere Wochen vor. „Ich entschied mich für das Thema in Anlehnung an die Weltwoche, die ja jetzt, Mitte April, in Hattingen stattfinden soll. Die Kinder sollen, selbstverständlich ihrem Alter angemessen, für Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit sensibilisiert werden.“ Um die komplexe Problematik nahe zu bringen, nutzen er und seine Teamer viele Bilder und Metaphern. So wird beispielsweise im Theaterstück, das jeden Morgen etappenweise zum Auftakt des Tagesprogramms erzählt wird, der „Tropfen auf dem heißen Stein“ oder das „Fass ohne Boden“ zum Verbündeten im Kampf gegen den Hunger der Welt.

Danach geht es für die Kinder dem Alter nach aufgeteilt in vier Kleingruppen, in denen sie gemeinsam mit ihren Betreuern erst einmal frühstücken – selbstverständlich gibt es Brot, wahlweise mit Marmelade oder Kräuterbutter.

Und während sich die jüngsten Teilnehmer eher gestalterisch dem Thema nähern und zum Beispiel Anhänger aus Salzteig oder Modelliermasse basteln oder auch Paniermehl herstellen, gehen die Älteren die Thematik etwas anders an. „Wir haben beispielsweise gemeinsam mit den Kindern Gedichte geschrieben, die das Thema ,Brot und Hunger’ beinhalten“, schildert Betreuerin Jule Seidel. Auch bastelten sie gigantische Brote aus Pappe, um anschließend draufzuschreiben, mit wem sie diese gerne teilen würden und warum.

Die Teamer und Kinder kommen so ins Gespräch und gemeinsam wird reflektiert, was Not bedeutet oder wer das Brot am meisten verdient hätte. Doch auch Bewegung und Spaß kommen nicht zu kurz, versichert der zehnjährige Alexander. „Zwischendurch spielen wir immer wieder Fangen oder andere Spiele draußen auf dem Rasen.“

Am Ende der Vormittages kommen alle Kinder noch einmal zusammen, um vorzustellen, was sie den Tag über gemacht haben.

Steinhauer: „Darauf freuen sich die Kinder immer, weil sie dann mit dem Mikro in der Hand vor den anderen präsentieren dürfen.“