Keine Lösung für Armut
29.01.2012 | 18:21 Uhr 2012-01-29T18:21:00+0100
Hattingen. Ursachen und Mängel sollen auch nach Konferenz diskutiert werden, die über Bildung, Gesundheit und Integration sprach
Woran muss in Hattingen dringend gearbeitet werden, um Armut mit ihren Ursachen und Folgen bekämpfen zu können? Diese Frage wurde am Freitag auf der ersten Hattinger Armutskonferenz bis abends im Rathaus öffentlich diskutiert. Besonders im Fokus standen die Themen Bildung und Gesundheit, vor allem Kinder und Jugendliche betreffend – „denn Armut ist nicht immer nur materiell bedingt“, so Beate Schiffer, Jugend- und Sozialdezernentin der Stadt Hattingen.
Zunächst wurden im ersten Teil der Konferenz einige meist ehrenamtliche Organisationen und Projekte vorgestellt, mit deren Arbeit Kinderarmut aktuell bereits bekämpft wird. Danach teilte sich die Diskussionsrunde in drei zentrale Arbeitsgruppen auf, wobei eine Stunde lang die Möglichkeit bestand, einerseits auf Mängel und Ursachen aufmerksam zu machen und andererseits mögliche Lösungsansätze untereinander auszutauschen.
In der ersten Gruppe wurde das Thema „Kinderarmut auf lokaler Ebene“ diskutiert. Besonders im Fokus stand der außerfamiliäre Lebensbereich der Bildungseinrichtungen oder Sportvereine. „Es ist wichtig, zwischen diesen Institutionen eine Schnittstelle zu erzielen, um die Vernetzung und Zusammenarbeit zu verbessern“, erklärt Friedhelm Güthoff, Landesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes NRW. Denn nur durch Kommunikation und Bindung untereinander könne der Wirkungsgrad erhöht werden.
Mögliche Ansätze für solch eine Vernetzung lieferte die dritte Gruppe, die sich mit dem Thema „Armut in den Stadtteilen“ beschäftigte. Es sei zunächst wichtig, Räume wie Gemeindezentren für eine gemeinsame Arbeit der Initiativen zu finden, so Prof. Klaus Wermker. Auch eine Integration von sozialen Problemräumen soll ermöglicht werden, indem Vereine enger zusammenarbeiten: „So können Sport- oder Kulturprojekte und Schulungen auch Stadtteil übergreifend stattfinden – Grenzen müssen überwunden werden.“
Derweilen wurde in der zweiten Gruppe das Thema „Armut und Gesundheit“ in den Fokus gerückt: „Denn gesundheitliche Mängel durch eine Fehlernährung und zu wenig Bewegung treten bei Kindern, die aus Armutsverhältnissen stammen, sehr häufig auf“, weiß Dr. Helfried Waleczek vom Evangelischen Krankenhaus Hattingen. Einerseits negativ sei die Ernährung mit zu hohem Fett- und Zuckeranteil, „da solche Produkte oft am günstigsten sind“, so Dr. Helfried Waleczek. Zudem würde das Gesundheitssystem meist nicht genügend in Anspruch genommen: „Familien, die in Armut leben, haben oft nicht den Mut zum Arzt zu gehen, aus Angst, abgestempelt zu werden.“ Um dies zu verhindern gebe es in einigen Städten bereits Spezialangebote, die den ärztlichen Zugang ohne einen hohen Bürokratieaufwand ermöglichen, so Dr. Helfried Waleczek.
„Umfangreiche Lösungen konnten wir heute nicht erzielen, durch die bereits verhärtete Armut wird dies auch in Zukunft schwer “, erläuterte Beate Schiffer zum Konferenzabschluss. Trotzdem sei es wichtig, das Thema Armut öffentlich zu machen und weiterhin Ursachen und Mängel aufzudecken, um so mögliche Lösungen zur Verbesserung der Situation zu erreichen.
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"Woran muss in Hattingen dringend gearbeitet werden, um Armut mit ihren Ursachen und Folgen bekämpfen zu können? Diese Frage wurde am Freitag auf der ersten Hattinger Armutskonferenz bis abends im Rathaus öffentlich diskutiert."
... und keine konkrete Antwort gefunden.
Frau Beate Schiffer erläuterte in ihrem Schlusswort, dass die Ergebnisse intern diskutiert werden. Jetzt darf man gespannt sein, welche Rückschlüsse aus der Konferenz gezogen werden.