Kein Platz für Fremdenhass

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Kundgebung anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus.

Hattingen..  Das Bündnis „Buntes Hattingen gegen Rechts“ hatte anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsgewinns der Alliierten zu einer Kundgebung auf dem Untermarkt eingeladen. Diese soll auch in den nächsten Jahren zur Tradition werden. „In dieser Form gibt es so eine Bewegung in Hattingen nämlich noch nicht“, erklärte SPD-Ratsmitglied Sabine Radtke.

Etwa 50 Zuhörer hatten sich zu der Kundgebung vor dem alten Rathaus versammelt – eine Flagge mit Friedenstaube wurde in die Luft gehalten. Ein Symbol dafür, dass neonationalistische Bewegungen für ein friedliches Miteinander keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfen. „Es ist auch heute noch wichtig, die Menschen zu sensibilisieren und vor allem aufzuklären“, sagte Sabine Radtke in ihrer Eröffnungsansprache. Daran, dass Hattingen eine gastoffene Stadt ohne Fremdenhass bleibe, appellierte sie. „Neonazismus beginnt da, wo das Unterlassen, ihn mit friedlichen Mittel zu bekämpfen, stattfindet.“

Auch die nachfolgenden Redner machten darauf aufmerksam, dass das historische Ereignis der Befreiung vom Faschismus nicht in Vergessenheit geraten dürfe. So rief Thomas Birg von der IG Metall Sprockhövel zu Wachsamkeit auf. Den Alliierten habe diese Gesellschaft „ein Leben in Freiheit zu verdanken, welches durch das Verschließen der Augen vor neuartigen rechten Bewegungen nicht aufs Spiel gesetzt werden darf. Die Friedensbewegung muss Druck machen.“ Und Grünen-Parteimitglied Tönnies Meyerhoff-Rösener, der die Kundgebung mit seiner Gitarre begleitete, betonte dass es bei der Holocaust-Thematik „nicht um eine Frage der Schuld, sondern des Vergessens“ ginge. Jeder Deutsche, erkläre er auch seinen Schülern, trage ein Stück Verantwortung – die, nicht zu vergessen.