Kein Ende der Trostlosigkeit
07.09.2009 | 18:37 Uhr 2009-09-07T18:37:00+0200Ein Käufer der Hertie-Immobilie lässt weiter auf sich warten. Einzig Kaufland bekräftigt sein Interesse.
Jemand muss die Fahnen vergessen haben. Die roten Hertie-Logos flattern auch 30 Tage nach der Schließung noch auf dem Parkdeck – ein weithin sichtbares Zeichen, für ein Unternehmen, das es nicht mehr gibt. Die Fassade sieht weniger stolz aus. Vor den zugeklebten Eingängen sammeln sich Dreck und Colabecher. An der Wand klebt ein Aufkleber für eine Sex-Messe.
Es ist trostlos geworden bei Hertie. Vom versprochenen Gebäude-Käufer ist nichts zu sehen. Ende Juli sollte der Kaufvertrag notarreif sein, hatte Christoph Meyer vom Makler BNP Paribas Real Estate (vorher Atisreal) noch im Frühsommer versprochen. Für Nachfragen ist der einst so auskunftsfreudige Meyer, der im Auftrag des britischen Immobilieneigentümers Dawnay Day alle Hertie-Häuser verkaufen soll, in diesen Tagen nicht mehr zu sprechen.
Mögliche Investoren dementieren auf Nachfrage ganz offensiv ihr Engagement an der Großen Weilstraße. „Wir haben kein Interesse an Hertie in Hattingen”, sagt Stephan Schnitzler vom Bonner Projektentwickler Phoenix Development, der drei andere Hertie-Häuser übernommen hatte. Auch der Kasseler Projektentwickler Rosco, der gerade Hertie in Herdecke kaufte, will „ausdrücklich nicht” in Hattingen investieren.
Die anderen Käufer der bisher 23 weiterverkauften Hertie-Häuser (darunter eine Einzelhandelskette und Projektentwickler) dementieren auf Nachfrage ebenfalls Interesse.
Der einzige Investor, der sich offen zu seinem Interesse an der Immobilie bekennt, ist weiterhin Kaufland. „Der Hertie-Standort in Hattingen ist wie andere Standorte auf dem Markt und wird von uns geprüft”, sagt Kaufland-Sprecherin Andrea Kübler. Diese Aussage der großen Supermarkt-Kette aus Neckarsulm gelte weiterhin. „Es gibt hierzu noch keine Entscheidung.”
Kaufland hatte bereits eine von der Größe her vergleichbare Hertie-Dependance in Dortmund-Aplerbeck übernommen. Auch in Hamburg gingen zwei Gebäude an das Unternehmen der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Lebensmittel-Discounter Lidl gehört.
Die Hertie-Untermieter sind mittlerweile bis auf eine Schneiderei und einen Computerladen alle ausgezogen. Der Schuhreparatur-Service Mister Minit ist in den Eck-Pavillon am Reschop Carré gezogen. Ursprünglich sollte hier ein Hertie-Eingang entstehen.
Langsam geht es im Reschop Carré voran. Fünf Monate nach der Eröffnung des Einkaufszentrums sind immer noch nicht alle Arbeiten erledigt. „Ich warte auf eine Liste mit den noch zu erledigenden Restbauarbeiten”, sagt Centermanager Stefan Dorster. „Es sind noch viele Kleinigkeiten zu tun.” Die Parkdecks sollen im September fertig werden. Auch die Steine, die sich als zu schmutzanfällig erwiesen hatten, werden ausgetauscht.
Einkaufszentren und Neuentwicklung
23 Hertie-Häuser sind bereits weiterverkauft. Die Kaufhaus-Kette Hansekontor übernimmt mehrere Filialen in Norddeutschland. Phoenix Development baut in Wesseling ein Einkaufszentrum mit zwölf Läden. Der Bonner Projektentwickler baut auch in Mettmann ein Einkaufszentrum. Zwei Münchener Filialen werden von der Düseldorfer Agentur Development Partner neu entwickelt. Auch bei einigen mitteldeutschen Filialen griffen Projektentwickler zu.
16:25
So ein Schandfleck ist das Gebäude nun auch wieder nicht. So es wie es dort steht, sah man eine Ergänzung zu den Umrissen der Altstadt wie man ihn in den 60er und 70er Jahren von den Architekten bauen ließ. Es war eben der Baustil dieser Zeit. Ähnliche Bauten für Warenhäuser kann man sich quer durch die Republik ansehen.
Wo ein Interessent reichlich investieren muss, ist der reine Zustand der Substanz, da wurde in den Jahrzehnten wenig getan.
10:06
Das jetztige Gebäude was dort steht ist ein Schandfleck für Hattingen, von daher sollte der Käufer auch direkt einen Sanierungsplan vorlegen können (Meine Meinung). Und das alles zu prüfen und einzufädeln wird bestimmt noch seine Zeit brauchen. Anscheinend wäre Kaufland dazu bereit diese Sanierungen durch zu führen und sogar einen Großteil der Hertie Mitarbeiter zu übernehmen, trotzdem würde ich bei einem Einstieg von Kaufland keine Luftsprünge machen. In Richtung Steinhagen stehen einige Ladenlokale leer und die Oberstadt benötigt auch Belebung. Hier könnte man also mehrere, kleine Fachgeschäfte ansiedeln, welche das fehlende Sortiment von Hertie ersetzen und gleichzeitig mehr Service bieten können. Auf der Anderen Seite müsste man dann einen oder mehrere Käufer für das Hertie Gebäude finden und hier wird das Problem liegen...leider.. Ich persönlich würde mir zB einen McFit, Sport Vosswinkel, eine Bowlingbahn, Subway und H&M für Männer wünschen.
22:49
Wie Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch gegenüber der Hattinger Zeitung bestätigte, stehen Gespräche mit einem „potenten Investor, der schon mehrere Hertie-Häuser gekauft hat”, kurz vor dem Abschluss. MITTE SEPTEMBER soll der Verkauf unter Dach und Fach sein.
Na, die 1 Woche bekommen wir auch noch um, man darf gespannt sein .
22:38
In dem obigen Artikel steht doch nichts Gegenteiliges zu dem was Dagmar Goch vor der Wahl gesagt hat. Kurzfristig ist relativ und sagt schon garnicht, dass etwas direkt nach dem 30. August entschieden wird. Wirtschaftliche Projekte dauern in der Regel ihre Zeit. Es sind ja auch mehrere Seiten an der Entscheidung beteiligt. So muss auch mit den Banken über eventuelle Darlehn geredet werden.
Auch Fireblade findet das Geld nicht auf der Strasse.
11:03
Hier wird wild spekuliert und mies unterstellt.
Wenn Sie an einer Aufklärung interessiert sind, nutzen Sie die offenen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zu Frau Goch, diese sind vielfältig. Sie können die regelmäßige Bürgersprechstunde nutzen, oder, superbequem, das Kommunikations- und Beschwerdemanagement, zu finden auf der Seite der Stadt Hattingen.
Ich bin der Meinung, dass man in der Sache hart sein kann, das ist ok. Aber dabei bitte sachlich bleiben.
Es zeugt nicht von großer Umsicht, andere Menschen der Lüge zu bezichtigen.
10:21
Wie ich es bereits vor der Wahl gesagt habe, das Gerede der Frau Goch über einen kurzfristigen Abschluß eines Vertrages für das Hertiehaus war nichts anderes als die übliche Lügerei im Wahlkampf. Leider müssen wir mit so einer Frau an der Stadtspitze jetzt lange Zeit leben.
10:12
Was spricht gegen Kaufland ? Besser die, als keiner. Also wo ist der hemmschuh für Kaufland ? Ich hoffe nicht, dass (wieder einmal) die Stadt b(l)ockt. Das wäre nämlich ein Monopoly-Spiel bei dem die Stadt nur verlieren kann.
06:43
Fireblade hör auf zu jammern und tu was dagegen! am 27.9 ist deine Chance dafür.
Wähl ne kleine Volks Partei damit die Polit Bonzen von den großen Parteien endlich mal von ihrem hohen Roß und leeren Versprechungen absehen.
22:28
Kurz vor der Wahl (am 26.08) verkündete unsere Bürgermeisterin noch etwas anderes, nämlich das die Gespräche kurz vor dem Abschluß sind..
hier der Artikel,
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/hattingen/2009/8/26/news-130819205/detail.html
Nach der Wahl ist plötzlich kein Land in Sicht...
Vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl..
22:17
Volle Zustimmung, man erinnere sich nur an den Eiertanz von z.B. C&A beim Carré..
Also: Daumen drücken, dass hier alsbald - gerne auch eine bis dato dementierende Größe - die neuen Fahnen hissen kann.