Kaution zurück bei Vermieterwechsel

Was passiert mit der Kaution, wenn während eines Mietverhältnisses plötzlich die Wohnung an einen neuen Vermieter verkauft wird? Diese Frage stellen sich immer wieder viele besorgte Mieter. Denn nicht selten wechselt eine Wohnung innerhalb von wenigen Jahren mehrmals ihren Besitzer.

Im Grunde ist die Antwort auf die Kautions-Frage in der Theorie sehr einfach: Der ehemalige Vermieter ist verpflichtet, dem neuen Vermieter die Kaution auszuzahlen, und dieser muss sie wie bereits der alte Vermieter wieder getrennt vom sonstigen Vermögen konkurssicher anlegen. In der Praxis sieht das aber nicht selten anders aus.

Der neue Vermieter behauptet dann, die Kaution nie bekommen zu haben, der ehemalige will sie aber ausgezahlt haben. „Wir haben hier aktuell mehrere solcher Fälle. Betroffen sind mehrere Mehrfamilienhäuser. Das kommt nicht ständig vor, aber es kommt vor“, sagt Aichard Hoffmann vom Mietverein Bochum, der auch für Hattingen zuständig ist.

In einem solchen Fall ist der Mieter berechtigt, das Geld vom ehemaligen Vermieter einzufordern. Es sei denn, der Mieter lässt den Vermieter schriftlich aus dieser Haftung. Oft wird beim Wechsel des Eigentümers so ein Vertrag zum Unterzeichnen vorgelegt mit dem Inhalt, die Haftung zu erlassen.

Doch auf das Recht, die Kaution einzufordern, sollte der Mieter nicht verzichten. Aichard Hoffmann vom Mieterverein gibt Mietern den Rat: „Sollte ein solche Verzichtserklärung vorgelegt werden, ist es besser, sie einfach zu ignorieren. Der Mieter ist diesbezüglich zu nichts gezwungen.“