Kaum noch Platz für Flüchtlinge

Im vergangenen Jahr, in dem das Bild entstand, gab es an der Werksstraße Kritik vom Flüchtlingsrat NRW.Foto:Hartmann
Im vergangenen Jahr, in dem das Bild entstand, gab es an der Werksstraße Kritik vom Flüchtlingsrat NRW.Foto:Hartmann
Was wir bereits wissen
Die Stadt hofft, dass die Wohncontainer Ende Oktober stehen. An der Werksstraße gibt es weiter Kritik. Helfer verschönern die Unterkunft.

Hattingen..  Die Hattinger Flüchtlingsunterkünfte sind so gut wie voll. 360 Flüchtlinge leben derzeit in der Stadt und beinahe täglich werden es mehr. „Noch können wir alle unterbringen, aber das kann sich schnell ändern“, weiß Fachbereichsleiterin Erika Beverungen-Gojdka. „Wir brauchen die Wohncontainer möglichst schnell.“ Für Montag ist bereits die Ankunft weiterer sieben Menschen angekündigt. Ende Oktober, so hofft die Stadtverwaltung, könnten die Container aufgebaut werden. Am Übergangswohnheim an der Werksstraße gibt es unterdessen weiter Kritik, aber auch viel Engagement, um die Situation zu verbessern.

Die Werksstraße ist voll. Mehr als 150 Menschen aus 35 Nationen leben dort auf engstem Raum zusammen. Eine verbindliche Fläche, die einer Person zur Verfügung stehen muss, schreibt das Land nicht vor. In der Stadtverwaltung hat man sich einen Durchschnittswert von sechs bis sieben Quadratmetern pro Person als Mindeststandard gesetzt. Das Problem an der Werksstraße: Es gibt zwar lange Flure, aber wenig Platz für private Räume. Und während das private Reich meist gepflegt wird, sind das in den gemeinschaftlich genutzten Räumen oft anders aus.

Helfer streichen Flure

„Ich werde sehr traurig wenn ich da bin. Es ist nicht schön“, sagt Angelica Urrutia von der Flüchtlingsberatung. Sie berichtet, dass viele Bewohner unter Depressionen litten. „Es werden kleine Schönheitsreparaturen gemacht, aber nicht nachhaltig zum Wohlfühlen. Die Leute monieren das. Manche reagieren verärgert“, weiß sie.

Auch Kaplan Sven Christer Scholven (St. Peter und Paul) bestätigt den schlechten Zustand der Unterkunft: „Es ist Handlungsbedarf da.“ Deshalb beschlossen Gemeinde und Youngcaritas Ennepe-Ruhr zu helfen und begannen, die Flure zu streichen – auch Flüchtlinge halfen mit. „Sie haben sich gefreut und gesagt: ‘Endlich passiert etwas’“, berichtet Scholven. Ab September sollen die Verschönerungsaktionen weitergehen.

Die Stadt saniert abschnittsweise bereits seit zwei Jahren alle Küchen der Unterkunft. „Außerdem werden natürlich akute Reparaturen durchgeführt“, sagt Erika Beverungen-Gojdka. Ein Reinigungsunternehmen putzt regelmäßig. „Die Werksstraße steht in Sachen Hygiene absolut nicht negativ da“, betont sie. Eine räumliche Entlastung können erst die Container bringen. Auch Angelica Urrutia weiß: „Die Stadt versucht die Situation zu entlasten, aber die Kapazitäten sind sehr begrenzt.“