Kampf ums Kulturzentrum

Zur Wiedereröffnung der Freilichtbühne an der Isenburg spielte die Kubischu am 28. Mai 1990 ein Theaterstück.Foto:Repro, Poll
Zur Wiedereröffnung der Freilichtbühne an der Isenburg spielte die Kubischu am 28. Mai 1990 ein Theaterstück.Foto:Repro, Poll
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vor 30 Jahren gründete sich die Kultur- und Bildungskooperative Schulenburg. Kubischu-Mitglieder haben Spuren in der Stadt hinterlassen.

Hattingen..  Am Anfang war die Schulenburg. Die „gute Stube der Stadt“, wie sie so gerne bezeichnet wird, stand wieder einmal leer, die Zukunft des am Rande des Schulenbergwalds gelegenen, repräsentativ eindrucksvollen Gebäudes war offen. 1985 war das, im Frühsommer. Zeitgleich lag das kulturelle Leben Hattingens brach. Meinten zumindest Kulturschaffende – und wurden aktiv. Sie schrieben rund 350 Bürger an und luden zur Gründung der Kultur- und Bildungskooperative Schulenburg ein. Ziel: ein Kulturzentrum schaffen, ähnlich der Essener Zeche Carl oder Zeche Bochum. Der 12. Juni 1985 war der Geburtstag der Kubischu.

„Es gab wenig Kultur in der Stadt, auch keinen Veranstaltungsraum“, erinnerten sich die Gründungsmitglieder Christa Heinbruch, Martin Funda, Hellmut Lemmer und Ulrich Velling zum 25-jährigen Bestehen. „Die Schulenburg stand leer und wir dachten: Die würde sich als Kulturzen­trum eignen.“ Es entstand eine Bewegung aus Politikern, Kirchenvertretern und Kulturmachern, aus der die Kubischu hervorging, und das Engagement wurde voll und ganz auf dieses Ziel ausgerichtet. „Die Mehrheit der Bevölkerung stand hinter uns, das Land hätte unsere Idee subventioniert, wir hatten ein Architektenkonzept – doch die Akzeptanz im Rathaus fehlte“, sagte das Quartett im Rückblick. „Die Kooperative soll sich nicht einbilden, dass sie eine Sonderstellung hat“, sagte 1986 der damalige Beigeordnete Dieter Liebig.

Nach einiger Zeit war klar, dass der Gegenwind zu stark ist. Dennoch ging es weiter, die Mitglieder sagten sich: „Mit der Schulenburg wird das nichts, aber wir machen jetzt mehr Kultur in der Stadt – auf andere Art und Weise.“

Vor allem mit ihren Aktionen zum Hüttenkampf im Jahr 1987 sowie ihren Lyrik-Installationen am Isenberger Ruhrbogen (1996) ­sorgten die Kubischu-Macher für öffentliche Aufmerksamkeit. Auf Dauer geblieben sind zudem der kleine Eisenmann vor dem Alten Rathaus, oder auch der Wóz, die Steinskulptur im Gethmannschen Garten, die beide vom polnischen Künstler Zbigniew Fraczkiewicz gestaltet wurden.

Platz in der Stadtgeschichte

Zum 25-jährigen Bestehen gab es 2010 ein rauschendes Fest, eins der Freude, aber auch eins des Abschieds. Weil die aktiven Kräfte immer weniger wurden, entschieden sich die Verantwortlichen, mit dem Förderverein des Stadtmuseums zu fusionieren. Ein gelungener Zusammenschluss, denn so hat die Kubischu ihren Platz an dem Ort gefunden, den sie sich verdient hat – in der Stadtgeschichte.