Kampf um Schulstandorte in Hattingen

Was wird der Schulentwicklungsplan zur Zukunft der Heggerfeldschule aussagen? Die Eltern sind in großer Sorge und haben bereits Unterschriften für den Standort gesammelt.
Was wird der Schulentwicklungsplan zur Zukunft der Heggerfeldschule aussagen? Die Eltern sind in großer Sorge und haben bereits Unterschriften für den Standort gesammelt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Sorge, dass die Heggerfeldschule womöglich geschlossen werden könnte, treibt die Eltern so auf die Barrikaden, dass es schon Unterschriftenlisten gibt.

Hattingen..  Wie wird die Hattinger Schullandschaft der Jahre 2016 bis 2021 aussehen? In welchen Standort lohnt es sich, zu investieren? Für welche Schule könnte ein Umzug sinnvoll sein, für welche womöglich sogar eine Schließung? Noch prüfen Politiker aller Fraktionen verschiedenste Optionen – „ergebnisoffen“, wie die Schulausschuss-Vorsitzende Dorothea Kiesewetter betont. Derweil hat der Kampf um den nächsten Schulstandort schon begonnen.

Nachdem sich an der Grundschule Holthausen eine Eltern-Initiative gegründet hat, die verhindern möchte, dass die Grundschüler ins Schulzentrum umziehen, protestieren nun Mütter und Väter der Heggerfeldschule gegen ein weiteres Zukunfts-Szenario. Seit Wochen schon sehen sie sich mit dem Gerücht konfrontiert, dass die Grundschule geschlossen, die Kinder „auf andere Schulen verteilt werden sollen“, sagt Melek Mulaj, stellvertretende Pflegschaftsvorsitzende.

Anfragen unbeantwortet

Nachdem entsprechende Anfragen an Dezernentin Beate Schiffer und das Schulamt in Schwelm unbeantwortet blieben, habe man nun den Eindruck gewonnen, dass der Plan konkreter wird – und deshalb reagiert. Über 100 Unterstützer hätten die Listen, die unter anderem im Afyon-Grill und bei der SG Welper ausliegen, bereits unterschrieben.

„Wieso soll eine Schule geschlossen werden, deren Zweizügigkeit auf Grund der Anmeldezahlen gewährleistet ist“, fragt sich Melek Mulaj. Überdies leiste die Heggerfeldschule, an der mehr als die Hälfte der rund 180 Schüler einen Migrationshintergrund hat, Kinder aus 20 verschiedenen Kulturen vertreten sind, „hervorragende Arbeit in Bezug auf Förderung und Integration“.

Dorothea Kiesewetter wollte sich zu Details des übergreifenden Planungs- und Schulentwicklungsprozesses, mit dem die Stadt derzeit die komplette Hattinger Schullandschaft unter die Lupe nimmt, nicht näher äußern: „Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die wir prüfen.“

Ob in einem (Grund-)Schulgebäude womöglich einige Räume von einer Kita oder für einen Bürgertreff genutzt werden können, wie viel Platz wo für den Offenen Ganztagsunterricht benötigt wird und welche Räumlichkeiten am besten für inklusiven Unterricht umgestaltet werden könnten: Über all’ das, so Kiesewetter, werde derzeit beraten. Nach WAZ-Informationen soll zu den Gedankenspielen aber auch ein Gebäudetausch des Gymnasiums Holthausen und der Gesamtschule in Welper gehören.

Keine Schnellschüsse

Beschlossen, betonte Kiesewetter, „ist aber noch nichts“. Und Dezernentin Beate Schiffer erklärte, der „integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplan“ werde erstmals nach den Sommerferien in die politischen Gremien eingebracht: „Es werden ganz sicher keine Schnellschüsse gemacht.“