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Kampf gegen Kinderarbeit

07.03.2010 | 14:50 Uhr

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft im Ennepe-Ruhr-Kreis (CDA-EN) will sich vor Ort konkret gegen Kinderarbeit einsetzen. Der Vorsitzende Hugo Frohn aus Hattingen fordert alle Mitbürger zum Kauf-Boykott von Waren aus Kinderarbeit auf.

Frohn: „Kinderarbeit ist ein schrecklicher Skandal. Als Verbraucher müssen wir uns in unserer Stadt und unserem Ortsteil engagieren und dagegen angehen, indem wir bestimmte Produkte boykottieren. Wenn etwa in indischen Steinbrüchen schätzungsweise jeder sechste Arbeitnehmer unter 14 Jahre alt ist und mindestens 28 Stunden pro Woche einer gefährlichen und gesundheitsbelastenden Arbeit nachgeht, müssen wir an die Träger von Friedhöfen appellieren, dass keine Grabsteine zugelassen werden, die mit Kinderhand hergestellt worden sind.”

Die CDA-EN will die CDU-Fraktionen in den Städten des Kreises darum bitten, sich stark zu machen im Kampf gegen Kinderarbeit. So soll beantragt werden, dass die Städte ihr Beschaffungswesen überprüfen und Verträge, die die Lieferung von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit beinhalten, aufkündigen und nicht mehr verlängern. Zukünftig sollen von keiner Stadt des Kreises mehr Produkte aus Kinderarbeit erworben oder verwendet werden. Dafür müssen nach Auffassung der CDA-EN auch die Friedhofssatzungen so geändert werden, dass nur noch zertifizierte Steine zulässig sind.

WAZ Redaktion

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Kommentare
09.03.2010
07:59
Kampf gegen Kinderarbeit
von Ferdinand Mehrich | #1

Welche Folgen hat denn ein Boykott in den Ländern, wo Kinderarbeit zum Alltag gehört?

Wird es den Kindern und Familien besser ergehen, wenn Produkte nicht mehr vom Markt akzeptiert werden?

Sicher nicht. Der Kampf gegen Kinderarbeit sollte besser lauten Schule/Bildung statt Kinderarbeit, nur muss dieses auch finanzierbar sein.

Handelssanktionen, Einfuhrverboten für Produkte, die von Kindern hergestellt wurden ignorieren, dass Kinder in den Entwicklungsländern häufig arbeiten müssen, weil ihre Familien arm sind. Die sozialen Ursachen von Kinderarbeit können durch Sanktionen nicht beseitigt werden.

Dort wo Kinderarbeit boykottiert wird laufen Kinder gefahr im sogenannten informellen Sektor ihren Lebensunterhalt durch Straßenverkauf, am Bau oder als Prostituierte zu verdienen und dieses zu noch schlechteren Arbeitsbedingungen und für weniger Gehalt.

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