Käufer runden Preise für Schnäppchen auf

Ein T-Shirt und andere Flohmarktartikel präsentieren Christiane Hausherr, 31, und der siebenjährige Niclas.Foto:
Ein T-Shirt und andere Flohmarktartikel präsentieren Christiane Hausherr, 31, und der siebenjährige Niclas.Foto:
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Spendenflohmarkt zugunsten des Kinderhospizes im Reschop Carré in Hattingen.

Hattingen..  Bei dem eher weniger frühlingshaften Wetter am Wochenende war es eine kluge Entscheidung, den Spendenflohmarkt zugunsten des Kinderhospizdienstes Ruhrgebiet ins warme und trockene Reschop-Carré zu legen. Die Idee dazu war in einer Gruppe des sozialen Netzwerkes Facebook entstanden und stieß gleich auf viel Zuspruch.

Organisiert und koordiniert wurde die Aktion kurzerhand von der Hattingerin Birgit Schlag, die es sich nicht nehmen ließ, selbst an dem kleinen auf der ersten Etage des Carrés aufgebauten Stand zu verkaufen. „Die Sachen, die wir heute unter die Leute bringen, wurden uns gespendet“, erklärt sie. Und vom Erfolg ist sie überwältigt. Noch am Samstag zählte sie einen Zwischenstand von 1200 Euro, die für den guten Zweck zusammengekommen waren.

Der Duft der Waffeln, die aus dem von der Bäckerei Nieland gespendeten Teig frisch gebacken wurden, zog durch das ganze Einkaufszentrum. „Was riecht denn da so gut?“, fragt sich Maren Hirscher und streckt die Nase in die Luft. Sie und ihr Mann Paul fahren die Rolltreppe bereits herunter, haben soeben noch einen Blick auf den Flohmarkt erhaschen können. „Wir müssen da noch mal hochfahren“, bestimmt sie. Als die beiden sehen, worum es sich bei der Aktion handelt, sind sie sogleich bereit, etwas zu kaufen. „Mein Mann besorgt uns Waffeln, ich werde solange etwas von den Ostersachen kaufen“, sagt Maren Hirscher.

Zwar hätten die beiden zuhause den Schrank voll von Deko für alle Jahreszeiten, darauf würde es aber hier nicht ankommen. „Da zählt der Gedanke und nicht der Wert des Gegenstandes oder der Nutzen, den ich letztendlich davon habe“, findet sie und lässt den freiwilligen Helfern statt der geforderten drei Euro gleich einen Fünfer da.

„So denken heute viele Käufer“, freut sich Birgit Schlag. Zahlreiche Bummler flüchteten vor dem ungemütlichen Nieselregen ins Trockene, kamen an den Ständen vorbei, blieben stehen und bildeten eine Traube aus neugierigen Menschen. „Sobald die Leute hören, wofür wir sammeln, gibt jeder etwas auf den eigentlichen Kaufpreis drauf“, so Schlag.

Juliana Schröter hat Handgearbeitetes zum Verkauf gespendet. Gemeinsam mit ihrer Tochter Mathilda (5) und ihrer Mutter dreht sie „Hasenrunden“. „Mit einem Korb voller Schokoladenhasen laufen wir umher, sprechen Leute auf die Aktion an und verkaufen die Süßigkeiten“, erklärt sie. Auch sie hat die Erfahrung gemacht, dass ihr die Ware bereitwillig und für einen hören Preis als verlangt abgekauft wird.