Jubeln und weinen mit Schalke

Wo schlägt das Hattinger Fußballherz? Der Schalke-Fanclub Blue-white Dragons vor ihrerm Vereinslokal Alter Gasthof.
Wo schlägt das Hattinger Fußballherz? Der Schalke-Fanclub Blue-white Dragons vor ihrerm Vereinslokal Alter Gasthof.
Foto: WAZ FotoPool

Blau-weiße Drachen jubeln und weinen mit Schalke. Der FC Schalke 04 hat in Hattingen einen großen Anhang. Alleine beim Fanclub Blue White Dragons haben sich rund 50 von ihnen gefunden. Gegründet wurde der Club 1997.

„Wir haben uns in den 1990er Jahren erst lose zum Fußballgucken verabredet“, erzählt Mitgründer Marco Schürmann (35) über die Anfänge des Fanclubs. Ursprünglich traf man sich in einer Kneipe in Bochum-Linden, um die Spiele am Fernseher zu verfolgen. Von da aus wechselte man nach Hattingen und landete kurz vor der Jahrtausendwende im Alten Gasthof in Niederwenigern.

Da war der Fanclub schon offiziell: Der Schalker Uefa-Cup-Sieg 1997 hatte das Signal gegeben, aus etwas lockerem eine feste Bindung zu machen. „Das war sicherlich die Initialzündung“, sagt Marco Schürmann. Seitdem sind die Blue White Dragons Hattingen beim Dachverband der Schalker Fanclubs mit der Vereinsnummer 310 registriert. Und was anfangs nur auf den Bekanntenkreis beschränkt war, wuchs. „Der eine brachte den mit, der andere den“, so Schürmann. Und so kamen im Laufe der Jahre um die 50 Mitglieder zusammen. Aber die Zahl verwundert in Niederwenigern nicht wirklich. „Es gab hier im Dorf immer relativ viele Schalke-Fans“, sagt Marco Schürmann, der dorther stammt. Und alle Generationen sind vertreten. „Unser jüngstes Mitglied ist erst ein Jahr alt, unser ältestes über 80.“

Natürlich sind die Mitglieder nicht alle gleichermaßen engagiert. „An die 25 stellen bei uns den harten Kern“, sagt Marco Schürmann. Auch das ist eine deutliche Entwicklung: Zu Zeiten des Parkstadions waren unter den blau-weißen Drachen gerade einmal vier Dauerkartenbesitzer. „Mit dem Umzug in die Arena wurden es erst 15 und dann 25.“ Die fahren jetzt regelmäßig zu den Heimspielen nach Gelsenkirchen. „Und manchmal auch zu Auswärtsspielen. Da sind dann bis zu zehn Leute dabei“, sagt Schürmann. Ihre Fahrten organisieren die Drachen selbst, ein Busunternehmen holt sie ab. „Treffpunkt Domplatz Niederwenigern, dann über Hattingen und Wattenscheid, wo wir Mitglieder einsammeln.“

Marco Schürmann selbst war schon lange vor dem Uefa-Pokal-Sieg 1997 Schalke-Fan. „Bei mir liegt das in der Familie: Mein Opa, mein Onkel, meine Schwester, mein Neffe, mein Vater - alle Schalke-Fans.“ Gleich im ersten von ihm besuchten Spiel sah er einen 5:0-Sieg. „Aber danach gab’s nur noch recht hohe Niederlagen“, sagt er mit einem Lachen. Am Ende der Saison stieg Schalke dann sogar ab. Aber seit Mitte der 1990er Jahre hatten Schalke und Schürmann dann ja wieder viel zu feiern. „Alleine der Sieg in Mailand…“ Marco Schürmann lässt den Satz unvollendet, aber man ahnt, dass er viel erlebt hat, als Schalke 1997 den Uefa-Pokal nach Elfmeterschießen in der norditalienischen Metropole gewann. Auch die Pokalsiege hat er live im Stadion gesehen, genauso wie die bitteren Momente 2001 und 2007, als Schalke die Meisterschaft am letzten Spieltag knapp verpasste. Es gehört eben beides zum Schalker Fan-Leben: Der Jubel im Erfolg, die Tränen bei der Niederlage.