Jeki läuft aus, Jekits kommt

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Was wir bereits wissen
Ab nächstem Schuljahr bekommt jedes Kind nicht nur Instrumental-Unterricht, sondern auch Tanz und Singen. Verkürzung auf zwei Grundschuljahre.

Hattingen..  Jeki (Jedem Kind ein Instrument) ist ab nächstem Schuljahr ein auslaufendes Modell. Ersetzt wird es durch Jekits, das jedem Kind Instrumente, Tanz und Singen nahebringen soll. Was nach Erweiterung und mehr Angebot durch die zusätzlichen Bausteine klingt – und flächenmäßig auch vom Ruhrgebiet auf NRW ausgedehnt wird –, dampft den Unterricht vor Ort auf die halbe Zeit an den Grund­schulen ein und wird Auswirkungen auf Musiklehrer haben.

„Keine schöne Entwicklung“, sagt Beigeordnete Beate Schiffer und spricht von einem schlechten Signal für musische Bildung und Talentförderung. „Die Landesregierung möchte allen Kindern die Möglichkeit geben und verteilt das Angebot breiter“, so Schiffer. Jetzt kämen die Auswirkungen noch nicht zum Tragen. Aber es werde sie geben, für die Musikschule, das Personal, vor allem die Honorarkräfte, und die Kinder. Statt Pro-Kopf-Förderung werde es Pauschalen geben, statt vier Jeki- soll es zwei Jekits-Jahre geben.

649 Jeki-Kinder in Hattingen

Insgesamt bekamen im Jahr 2014 1850 Schülerinnen und Schüler Unterricht an der Musikschule, 649 im Rahmen von Jeki, davon 355 im ersten Schuljahr. „Jedem Kind ein Instrument“ startete im Schuljahr 2007/08. In Hattingen nehmen, wie für die Kulturausschuss-Sitzung am nächsten Donnerstag zusammengetragen wurde, die Grundschulen Alt-Blankenstein, Bredenscheid, Bruchfeld, Erik-Nölting, Heggerfeld, Holthausen, Oberwinzerfeld, Winz-Niederwenigern und die St. Georg Förderschule mit 649 Schülern teil. Das Programm läuft über die vier Grundschuljahre. Im ersten nehmen alle Kinder kostenlos teil, das zweite ist freiwillig für angemeldete Jungen und Mädchen. Die Eltern zahlen 240 Euro im Jahr. Lehrer der Musikschule führen den Instrumental-Unterricht durch. Im dritten und vierten Schuljahr geht es in Kleingruppen weiter. Zusätzlich gibt es eine Ensemblestunde. Die Dritt- und Viertklässler musizieren gemeinsam in „Kunterbunt“. Pro Kind zahlen Eltern 420 Euro im Jahr – 35 im Monat.

Auch das erste Jekits-Jahr soll kostenlos sein. Der Kulturausschuss muss nichts beschließen, da sich noch keine Änderungen ergeben. Im zweiten Jahr sollen die Eltern je nach Wahl 23 Euro im Monat (Instrumente), 17 (Tanzen) oder zwölf (Singen) zahlen.

„Wir hatten nur die Wahl: teilnehmen oder nicht teilnehmen“, sagt Beate Schiffer. Das nächste Schuljahr soll Erprobungsphase sein, „um pädagogische Strukturen zu entwickeln und Verwaltungsverfahren anzupassen und zu optimieren“, so die Ausschussvorlage. Die Verwaltung hat einen Antrag gestellt (was nur bis zum 20. Februar möglich ist). Über die Fortsetzung in den Folgejahren soll dann der Kulturausschuss entscheiden.