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Konfessionen

Jeder siebte Schüler konfessionslos

08.01.2013 | 19:00 Uhr
Jeder siebte Schüler konfessionslos
Die Zahl der christlichen Schüler nimmt ab, die der muslimischen wächst.Foto: Dittrich

Hattingen.  Evangelen am stärksten vertreten. An der Hauptschule haben islamische Kinder und Jugendliche fast aufgeschlossen zu Katholiken.

Evangelische Schüler machen den Löwenanteil aus mit 43,56 Prozent laut Hattinger Statistik vom Oktober 2011, die sich, so die Stadt, im Vorjahr nicht groß verändert hat. Gefolgt von Katholiken (29,15 %). Jeder siebte Schüler (15 %) hat keine Konfession. Die Zahl übertrifft die der „sonstigen“ Konfessionen (12,29 %), in der alle übrigen zusammengefasst sind. Der Großteil, so Susanne Wegemann vom Pressebüro der Stadt, seien jedoch Muslime.

NRW-weit waren konfessionslose Schüler mit 32,1 Prozent an Waldorf-Schulen am stärksten vertreten, die es jedoch in Hattingen nicht gibt. Die aktuelle Statistik des Landesamtes für Datenverarbeitung erfasst auch die islamischen Schüler gesondert. Sie kommt für 2011/12 auf 6406 Hattinger Schüler, darunter 2789 evangelische, 1869 katholische, 678 islamische, 111 sonstige und 959 ohne Konfession. Die absoluten Zahlen von Stadt und Landesamt unterscheiden sich geringfügig.

Fast jeder vierte Schüler der Hauptschule (24 von 111) brachte keine Konfession mit, 17 Kinder und Jugendliche gehörten dem islamischen Glauben an, so die Landes-Statistiker. Bei der Förderschule waren es 15 und 27 von 126.

Etwa jeder fünfte Grundschüler war konfessionslos mit 356 Jungen und Mädchen von insgesamt 1746. 224 Kinder waren Muslime. Laut Stadt waren an den katholischen Grundschulen Weiltor St. Franziskus und Nikolaus-Groß-Schule katholische Schüler mit 139 von 219 und 65 von 87 am stärksten vertreten. An der Bahnhofstraße gab es außerdem 29 Kinder ohne und acht mit einer „sonstigen“ Konfession. In Niederwenigern waren es acht Schüler ohne Konfession und eines in der Sparte „sonstige“.

Von 2089 Gymnasiasten hatten 283 keine Konfession, 60 waren Muslime, 31 hatten eine andere Konfession. 155 der 1227 Gesamtschüler gehörten keinem Glauben an, 219 dem islamischen und 18 einer sonstigen Konfession. An den beiden Realschulen, die 1107 Kinder und Jugendliche besuchten, waren es 126 Jungen und Mädchen ohne Konfession, 131 Muslime und 36 „sonstige“.

Im Vergleich zu den Jahren 1996/97 und 2006/07 hat die Zahl evangelischer und katholischer Schüler abgenommen, während diejenige islamischer Schüler, anderer Konfessionen oder Konfessionsloser gestiegen ist.

Brigitte Ulitschka



Kommentare
08.01.2013
19:51
Jeder siebte Schüler konfessionslos
von FelixRauls | #3

Dem Islam pauschal Rückwartsgewandtheit und Unterdrückung vorzuwerfen, halte ich für falsch.
Das mag sicherlich vorkommen - ist aber ein generelles Problem der Religionen, denn jede Religion nimmt (meist m.E. negativen) Einfluss auf das Privatleben und die Rollenbilder ihrer Gläubigen.
Was meinen Sie damit, "deutsche Eltern" seien "insgesamt gesehen toleranter". Sind Muslime nicht deutsch? Sind nur Christen deutsch?
Und diese "Deutschen": Sind sie toleranter, bspw. gegenüber Homosexuellen? Ist das Frauenbild der kath. Kirche zeitgemäß? Da sehe ich nicht nur beim Islam Nachholbedarf!
Meiner Meinung ist Religion eine private Angelegenheit und beim Religionsunterricht - egal, welcher Konfession - besteht immer die Gefahr, dass einseitige Ansichten an die Schüler gebracht werden - ob der Lehrer jetzt Christ oder Muslim ist. Stattdessen bedarf es doch einen Unterrichtsfachs, in der alle Religionen und Weltanschuungen vorgestellt werden, und zwar (soweit es geht) objektiv.

08.01.2013
14:10
Jeder achte Schüler konfessionslos
von usedom1218 | #2

Tja, aus dem Islam kann man auch nicht so einfach "austreten", wie aus den steuerpflichtigen Kirchenvereinen hierzulande. Während deutsche Eltern insgesamt gesehen toleranter sind, diktiert in den meisten muslimischen Familien ein Familiendespot (oder mehrere), was die Kinder dürfen und was nicht. Aber ich finde es weitaus sinnvoller, wenn möglichst neutrale/gemäßigte Lehrer den Kindern etwas über die Lehre des Islam beibringen, als militante Prediger in versteckten Hinterhofmoscheen oder irgendwelchen Kellern. Denn Wissen kann schützen, Unwissenheit hingegen auf falsche Wege führen.

08.01.2013
01:16
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