Italienische Klänge und Kostüme
14.02.2010 | 17:10 Uhr 2010-02-14T17:10:00+0100
St. Georgs-Konzert führt in die italienische Renaissance. Pantomime und Musik in der Kirche bei Kerzenschein.
Die Welt der italienischen Renaissance-Höfe und des Frühbarock ließen das Quartetto Aliquando und Pantomime Christopher Hustert am Samstagabend in St. Georg lebendig werden. Mit vier alten italienischen Tänzen, auf Nachbauten historischer Instrumente authentisch musiziert und ausdrucksvoll szenisch umgesetzt von Christopher Hustert, stimmt das Quartetto Aliquando das zahlreich erschienene Publikum bei Kerzenschein auf eine zauberhafte musikalische Entdeckungsreise ein.
Werke des Star-Komponisten dieser Zeit, Antonio Vivaldi, stehen ebenso auf dem Programm wie unbekannte Raritäten. Nach einer Sonata von Francesco Turini und Auszügen aus Giulio Mussis „Primo Libro delle Canzone” begeistert Cellistin Monika Kasper in Antonio Vivaldis Sonata a-Moll RV 44 durch ihre Virtuosität und die stilsichere, klar gezeichnete Formung der Themen – eine hinreißende Interpretation, in der das Instrument fast wie eine menschliche Stimme klingt und jede Ausdrucksnuance der Musik zum Leben erweckt.
Tarquinio Merulas Canzon „La Berlasena” verbindet Szene und Musik: Zur ritualisierten Gestik des Höflings auf der Empore, die sich zum Spiel von Annäherung und Distanz entwickelt, erklingt Regina Wenzels überirdisch schwebende Blockflötenmelodie mit der Oboenbegleitung von Linda Leighton. An zeremonielle Feste in der Lagunenstadt Venedig erinnert Christopher Husterts Pantomime im Canzone „La Rizza” von Giovanni Battista Riccio, die mit der nuancenreich ausgestalteten Musik des Quartetto Aliquando die Zuschauer zu spontanem Applaus hinreißt. Auch die Interpretationen der Trio Sonate in a von Giovanni Paolo Cima und der Sonata Secunda von Giovanni Battista Fontana bezaubern mit packender Ausdruckskraft. Klar ziselierte Konturen, feinste Ausdrucksschattierungen und eine plastische Gestaltung der Themen zeichnen das Wechselspiel von Flötistin Regina Wenzel und Organistin Maria Christina Witte in Vivaldis Trio g-Moll aus: Die Instrumente klingen fast wie menschliche Stimmen, die in Dialog zueinander treten. Obwohl die Zuschauer noch nicht nach Hause wollen, endet der faszinierende Abend mit szenisch präsentierten italienischen Renaissancetänzen – und zwei Zugaben.
21:30
Für das wissende auditorium ein herrlicher Konzertabend in der St. Georgs-Kirche! Solch eine fantastische Atmosphäre haben wir dort noch nicht erlebt! Die äußerst stilvolle Begrüßung war äußerst nett. Die Illumination war perfekt. Und dann der Auftritt: Ausdrucksstarke und stilsichere Interpretationen - Ihre Kirche hat wieder einmal ein highlight für die Region geboten.Pantomime und Musik in dieser Umgebung: Up to date mit venezianischen Masken zum Karneval - erfrischend und gekonnt. Wir würden es sofort noch einmal hören (und sehen) wollen. Der Zuhörer erlebte das Konzert doppelt, wie auf zwei Kanälen! Herzlichen Dank und harmonische Grüße! Werner Rachuba