Internationale Hilfe beim Ferienspaß

Daoud Watti  lebt seit drei Monaten in Deutschland. Über die Caritas hat der 19-Jährige den Kontakt zum Haus der Jugend geknüpft und hilft nun auf dem Abenteuerspielplatz Oberstüter sowie beim Fitnesscamp des Ferienspaß.
Daoud Watti lebt seit drei Monaten in Deutschland. Über die Caritas hat der 19-Jährige den Kontakt zum Haus der Jugend geknüpft und hilft nun auf dem Abenteuerspielplatz Oberstüter sowie beim Fitnesscamp des Ferienspaß.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Daoud Watti ist erst seit drei Monaten in Deutschland. Der junge Syrer hat Hattingen sofort ins Herz geschlossen. Er hilft in der Jugendarbeit und verbessert so auch seine Deutschkenntnisse.

Hattingen..  Daoud Watti sitzt vor der ehemaligen Grundschule in Oberstüter und schält Äpfel. Gemeinsam mit einigen Kindern und Betreuern des Abenteuerspielplatzes Oberstüter bereitet er das Mittagessen der Gruppe vor. „Ich helfe hier bei allem“, sagt der 19-jährige Syrer, dem die Freude ins Gesicht geschrieben steht. Die Freude, in Deutschland zu sein und hier gemeinsam mit anderen Menschen etwas unternehmen zu können.

Daoud Watti ist einer von vielen Flüchtlingen aus Syrien, die derzeit nach Deutschland kommen. Vor seiner Flucht hat er in der Stadt Amude im Nordosten des Landes gelebt, nur einen Katzensprung entfernt von der türkisch-syrischen Grenze. Gemeinsam mit seinem Vater ist er vor einigen Monaten aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land geflohen.

„Als wir in Deutschland ankamren, sind wir zunächst 15 Tage lang zwischen mehreren Städten unterwegs gewesen. Dann hat man uns nach Hattingen geschickt“, sagt Watti über seine Reise innerhalb des Landes. Nun wohnt er seit drei Monaten in der Flüchtlingsunterkunft an der Bochumer Straße und fühlt sich in der Stadt sichtlich wohl: „Hattingen ist wunderschön, vor allem die Natur“, so Watti. Und auch über die Leute in der Stadt kann er nur lobende Worte finden. Man habe ihn gut aufgenommen, alle seien nett und hilfsbereit.

Deutschkursus

Bisher hatte der junge Syrer vor allem Kontakt mit der Caritas sowie dem Jugendamt. „Bei der Caritas besuche ich einen Deutschkurs. Dort habe ich dann gefragt, ob sie mich mit anderen Leuten zusammenbringen können.“ So sei dann der Kontakt zu Cornelia Bludau entstanden. Und die Sozialpädagogin fand schnell eine Beschäftigung für Watti, integrierte ihn in die Arbeit mit den Kindern im Haus der Jugend und beim Ferienspaß und sorgt so dafür, dass Watti seine Deutschkenntnisse in kurzer Zeit deutlich verbessert hat.

„Daoud ist sehr wertvoll für uns. Er ist handwerklich begabt und hilft den Kindern an allen Ecken. Unter anderem auch beim Englischlernen“, sagt Bludau über Watti. Außerdem sei er sehr sensibel und gehe sehr lieb mit den Kindern um. „Nebenbei lernt er hier auch noch das Kochen“, sagt die Sozialpädagogin lachend. Potential besteht offensichtlich, denn Daoud berichtet zwar von typisch syrischen Gerichten. „Aber kochen kann ich nicht.“

Studienwunsch

Trotzdem meidet er die Küche nicht und schneidet zum Beispiel das Obst klein, wenn es auf dem Abenteuerspielplatz in Oberstüter auf die Mittagspause zugeht. Eine Karriere als Koch wird er aber nicht einschlagen. Vielmehr zieht es ihn an die Universität: „Ich möchte gerne im Bereich Ingenieurswesen studieren.“ In Syrien war er bereits für einen solchen Studiengang eingeschrieben, ein Seminar hat er nicht besucht. Die Flucht aus der Heimat kam seinen Plänen zuvor.

Bis zum Studium in Deutschland gilt es für Watti nun, seine Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. „Ich verstehe schon viel“, sagt Watti und stellt dies unter Beweis, als er die schnellen Sätze eines Kollegen sicher ins Englische übersetzt. Durch die Kurse bei der Caritas sowie die Arbeit mit den Kindern soll nun auch das gesprochene Deutsch schnell verbessert und dann die weitere Ausbildung begonnen werden.

Einige Vokabeln aus der Welt des Sports wird er voraussichtlich in der fünften Ferienwoche lernen. Denn nach seinem dreiwöchigen Einsatz auf dem Abenteuerspielplatz in Oberstüter ist er bereits für das nächste Ferienspaß-Ereignis eingeplant, wie Cornelia Bludau berichtet: „In der fünften Woche findet unser Fitnesscamp statt. Und da ist Daoud bereits fest vorgesehen.“