Insekten ein Haus bauen

Insektenhotel
Insektenhotel
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Leiterin der Biologischen Station im Ennepe-Ruhr-Kreis, Britta Kunz, schreibt in ihrer Kolumne „Natürliches EN“ über Nisthilfe, die die Artenvielfalt im heimischen Garten fördern.

Hattingen..  Die Natur zu beobachten, ist immer spannend. Gerade jetzt im Frühling gibt es an jedem kleinen Flecken jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Etwas beunruhigende Beobachtungen machten in den vergangenen Wochen allerdings einige Mitbürger, deren besorgte Anrufe und ­E-Mails bei der Biologischen Station eingingen. Sie berichteten von Vögeln, die wiederholt gegen die Fensterscheiben von Wohnhäusern flogen. Woran liegt das?

Vögel können Glas nicht erkennen. Sie sehen hindurch oder werden durch Spiegelungen der Vegetation in die Irre geführt. Da Vögel mit hohem Tempo fliegen, bleiben Verletzungen, oft mit Todesfolge, leider nicht aus. Manchmal sehen Vogelmännchen auch ihr eigenes Spiegelbild als vermeintlichen Rivalen an, und dieselbe Scheibe wird immer wieder attackiert. „Spiegelfechter“ nennt man solche Vögel. Gerade zu Anfang der Brutsaison werden schon einmal heftige Revierkämpfe mit den „Artgenosse“ ausgetragen. Wenn die Jungtiere geschlüpft sind, ist dieses Phänomen in der Regel vorbei.

Stress für die Tiere

Aber auch wenn die Tiere sich beim „Spiegelfechten“ nicht ernsthaft verletzen, bedeuten die ständigen Attacken doch ein großes Maß an Stress für die Tiere. Ein neues Projekt, das über wirksame Abhilfe gegen Vogelschlag und Spiegelfechter umfassend informiert, ist auf den Internetseiten des BUND zu finden unter www.vogelsicherheit-an-glas.de. Hier können Sie auch Ihre eigenen Beobachtungen melden.

Für kleine Naturforscher von acht bis zwölf Jahren findet jetzt wieder der bundesweite Naturtagebuch-Wettbewerb statt. Hierfür kann sich jedes Kind ein eigenes kleines „Forschungsgebiet“, zum Beispiel eine Balkonpflanze oder einen Baum, ein Stück Wiese, einen Teich oder auch ein Haustier suchen. Die Beobachtungen des „Forschungsobjekt“ werden dann im Tagebuch festgehalten.

Egal ob als gemalte Bilder, Fotos, Texte, gepresste Blätter – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Tipps zur Gestaltung des Naturtagebuchs gibt es im Internet auf der Seite http://www.naturtagebuch.de. Das fertige Werk wird dann bis zum 31. Oktober 2015 eingesendet. ­Begleitend zum Wettbewerb gibt es das „Manfred Mistkäfer Mitmach-Magazin“, mit vielen spannenden Geschichten über Tiere und ­Pflanzen.

Spannend und gut zu beobachten sind jetzt auch die vielen verschiedenen Insekten die durch die Lüfte schwirren, am oder im Boden oder in der Vegetation rumkrabbeln. Wer möglichst viele davon in seinem Garten beherbergen möchte, der kann noch schnell eine Nisthilfe für die Tiere bauen. Zum Beispiel, um die Wildbienen zu fördern.

Wussten Sie, dass es in Deutschland weit über 500 Wildbienenarten gibt? Sie ernähren sich, wie die ­Honigbiene, von Nektar und ­Pollen, liefern uns allerdings keinen Honig und Wachs. Aber sie sind wichtige Bestäuber für viele Wildkräuter und Nutzpflanzen. Im Internet unter www.wildbienen.info gibt es viele hilfreiche Informationen hierzu.

Wer lieber persönlich mit Wildbienen-Experten sprechen möchte, der hat dazu bei einer praktischen Unterweisung des Nabu Ennepe-Ruhr an einer Wildbienenwand in Gevelsberg Gelegenheit. Vorher gibt es noch einen spannenden Vortrag zum Thema Wildbienen. Das Ganze findet am Samstag, 30. Mai, in der Zeit von 11 bis 14 Uhr statt (Infos: www.nabu-ennepe-ruhr.de, Stichwort Termine).

Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache, denn die Grillsaison ist ja bereits in vollem Gange. Sollten Sie noch hervorragende Kohle zum Grillen benötigen – an der Biologischen Station verkaufen wir die hochwertige Ennepetaler Meilerkohle vom Meilerfest im Hülsenbecker Tal im letzten Jahr. Die Kohle ist aus regionaler Rotbuche nach alter Köhler-Tradition während des Meilerfestes hergestellt worden und sehr ergiebig. Die Zehn-Kilo-Säcke bekommen Sie an der Biologischen Station, Loher Straße 85 in Ennepetal, Telefon 02333/60 35 41.