Inklusion hört nicht in Schulen auf

„Wer die mit Inklusion verbundenen Aufgaben ausschließlich auf den Schulbereich reduziert, der greift zu kurz. Das Ziel von Inklusion ist vielmehr, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen zu ermöglichen.“ Kreisdirektorin Iris Pott nutzte die Begrüßung der Teilnehmer der Fachkonferenz Inklusion, um aufzuzeigen, wie weit die Kreise ziehen, die mit der UN-Behindertenrechtskonvention verbunden sind. Zwar rücke die Berichterstattung vor allem Themen wie das gemeinsame Lernen in den Blickpunkt. „In Wahrheit geht es aber darum, allen das Mitmachen am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen, Chancengleichheit in Bildung und Arbeitswelt herzustellen und jedem die Möglichkeit auf einen selbst bestimmten Platz in einer barrierefreien Gesellschaft zu geben.“

Wo die Kreisverwaltung auf diesem Weg steht, was bereits erreicht wurde und wo noch Handlungsbedarf gesehen wird, darüber diskutierten im Bürgerhaus Alte Johanneskirche in Gevelsberg rund 50 Teilnehmer aus Politik und Verwaltung sowie Vertreter von Verbänden für Menschen mit und ohne Behinderung. Eingeladen hatte die Kreisverwaltung. „Seit September haben wir den Auftrag, ein Konzept zur Inklusion für unsere Verwaltung zu entwickeln. Dabei möchten wir von der Mitarbeit von Betroffenen, von ihren Erfahrungen profitieren“, so Patricia Riesner, Inklusionsbeauftragte der Kreisverwaltung.

Ein Blick in die Arbeitsgruppen zeigte, wie weit das Feld ist, das es zu beackern gilt. Es ging um den Abbau von baulichen Hindernissen und um weniger Barrieren, die durch Kommunikation beispielsweise in Schreiben oder im Internet aufgebaut werden. Ebenfalls im Blickpunkt: Normen- und Wertvorstellungen, die zu Blockaden im Kopf führen könnten, oder mangelndes Wissen, die falsche Entscheidungen mit sich bringen. „Um eine Verwaltung für alle zu werden, gilt es an vielen Stellen den Hebel anzusetzen“, so Riesner. Als Beispiel aus der Praxis hatte sie ein Informationsblatt über den Schwerbehindertenausweis in leichter Sprache mitgebracht. Wo in der Vergangenheit Fakten und Wissenswertes schnell zusammengeschrieben worden sind, hatten jetzt Mitarbeiter des Büros für leichte Sprache von der Agentur Barrierefrei die Finger im Spiel.