Improvisierte Kammermusik in Hattingen

Ute Völker am Akkordeon und Angelika Sheridan mit Flötenklängen gestalteten das Konzert in der St.-Georgs-Kirche.
Ute Völker am Akkordeon und Angelika Sheridan mit Flötenklängen gestalteten das Konzert in der St.-Georgs-Kirche.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Klangarchitekturen von Ute Völker und Angelika Sheridan in St. Georg.

Hattingen..  „Leucht Fische – Klangarchitekturen in Raum und Zeit“ nennen Ute Völker und Angelika Sheridan ihr Improviationsprogramm, das sie am Samstagabend in der Kirche St. Georg vorstellten.

„Lassen Sie sich von unseren Improvisationen mitnehmen auf eine Reise in die Tiefsee, voll phosphorisierender Fische in einer submarinen Landschaft,“ forderte Flötistin Angelika Sheridan die Besucher auf. Mit Ute Völker am Akkordeon entwickelt sie einen intensiven musikalischen Dialog, der aus feinnervigen Interaktionen entsteht. Dabei orientieren sich die Musikerinnen, sie seit Jahren zusammen arbeiten, an Form und Struktur, aber sie spielen auch mit Klangfarben oder bewegen sich um atmosphärische Flächen.

„Bei diesen Interaktionen geht es um wahnsinnig schnelle Entscheidungen, es geht um Vertrauen,“ beschreibt Angelika Sheridan die Situation des Künstlers: „Wir reagieren auf den Moment, und natürlich auch darauf, vor welchem Publikum wir spielen.“ „Außerdem entwickelt man im Lauf der Zusammenarbeit eine gemeinsame Vorstellung von Ästhetik, die sich an der zeitgenössischen Kammermusik orientiert,“ ergänzt Ute Völker.

Zum Beispiel entwickelt sich aus einer wellenförmig fließenden Flötenmelodie eine kurzgliedrige, immer wieder wiederholte motivische Struktur, die an Gestaltungsprinzipien der Minimal Music erinnert und zu der das Akkordeon kontrapunktische Akzente setzt; die Motivkomplexe kreisen um einen gemeinsamen Bezugspunkt, bevor sie unter einem hohen Liegeton langsam verklingen. In einer anderen Improvisation leiten Triller einen Frage-Antwort Komplex ein, der aus wechselseitigen Impulsen immer neue Stimmungen schafft. Atmosphärische Dichte kennzeichnet die Improvisation, in der sich vibrierende Akkordeonsequenzen zum eindringlichen Klangbild verdichten und wie ein Windhauch ausklingen.