Immer weniger Kirchgänger

Stadtpfarrer Winfried Langendonk bei einem Gottesdienst in St. Joseph in Welper.Foto:Archiv, Hanusch
Stadtpfarrer Winfried Langendonk bei einem Gottesdienst in St. Joseph in Welper.Foto:Archiv, Hanusch
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nur 8,39 Prozent der 17 851 Hattinger Katholiken besuchten im November die Gottesdienste der Stadtpfarrei St. Peter und Paul. Zahl leicht gesunken.

Hattingen..  Die Stadtpfarrei St. Peter und Paul hat zum zweiten Mal die Ergeb­nisse ihrer Gottesdienst-Besucherzählung veröffentlicht. Und der­ ­zufolge gibt es einen Trend: Denn der Samstagabend-Gottesdienst wird beliebter und hat meist mehr Besucher als die Sonntag-Messe. Insgesamt nimmt die Zahl aber ab: 8,39 Prozent der 17 851 Hattinger Katholiken gingen an den drei November-Wochenenden, die zur Erhebung dienten, in einen Gottesdienst – 2013 waren es 8,92 Prozent. Stadtpfarrer Winfried Langendonk ist dennoch zufrieden: „Ich werte es bereits als Erfolg, wenn wir die Besucherzahlen ziemlich gleich halten. Wir liegen damit im Bistums-Durchschnitt.“

1498 Katholiken besuchten durchschnittlich die 14 Gottesdienste, die in den drei Gemeinden St. Peter und Paul, St. Mauritius und St. Joseph angeboten werden. Langendonk vergleicht: „Vor 50 Jahren kamen an einem Wochenende alleine 1500 Menschen in die Kirche St. Peter und Paul. Danach wurde festgelegt, dass es hier am Standort fünf Gottesdienste gibt. Im Grunde würden also heute fünf Gottesdienste für die gesamte Stadtpfarrei reichen. Es sind aber weiterhin 14.“

Trend geht zur Vorabendmesse

Gut besucht sind die Vorabendmessen: In Niederwenigern kamen am Samstag, 17.30 Uhr, im Schnitt 154 Besucher – am Sonntagmorgen, 9.30 Uhr dagegen nur 114; in Welper sind es am Samstag, 17 Uhr, 93 und am Sonntag, 11 Uhr, nur 68. In St. Mariä Empfängnis in Bredenscheid – eine Kirche, die seit Jahren zur Debatte steht und nur durch die Arbeit des Fördervereins erhalten wird – kommen am Samstag um 17 Uhr durchschnittlich 72 Gottesdienst-Besucher.

„Es ist offenbar ein Trend“, bestätigt Langendonk. „Womöglich sagen sich viele: Ich gehe lieber samstags, dann habe ich den ganzen Sonntag für mich.“ Er weist aber auch darauf hin, dass sich Gottesdienst-Ordnungen der Nachbarstädte hier auswirken können: „Wenn zum Beispiel St. Januarius in Sprockhövel keine Vorabendmesse anbietet, kommen mehr Menschen nach Bredenscheid.“

Stolz macht den Stadtpfarrer unterdessen die Gesamtzahl der Katholiken in Hattingen: „1772 fing es in St. Peter und Paul mit 400 an. Heute, gut 200 Jahre später, sind es knapp 18 000 – ein Drittel der Bevölkerung.“ Rund 22 000 Mitglieder habe die evangelische Kirche, „zudem sind etwa ein Drittel Atheisten oder andersgläubig“.

Dennoch werden es von Jahr zu Jahr auch wieder weniger Katholiken. Dies führt zu finanziellen Sparmaßnahmen im Bistum und der Stadtpfarrei (wir berichteten). Die nächste große Gesprächsrunde ist für Ende Februar terminiert.