Immer mehr Senioren verunglücken

Ingolf Schween, Landrat Dr. Arnim Brux und Dirk Happe bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik.Foto:Scherer
Ingolf Schween, Landrat Dr. Arnim Brux und Dirk Happe bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik.Foto:Scherer
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Was wir bereits wissen
Hattingen führt die Verkehrsunfallstatistik im Bereich der Kreispolizei an. Insgesamt liegt der Ennepe-Ruhr-Kreis aber deutlich unter NRW-Durchschnitt.

Hattingen..  Dramatischer Anstieg der Zahlen: Im vergangenen Jahr sind 37 Senioren bei Verkehrsunfällen auf Hattinger Straßen verunglückt – 14 mehr als im Jahr zuvor, das entspricht einer Steigerung von etwa zwei Dritteln. Auch in den anderen Bereichen (Motorradfahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger und Verunglückte insgesamt) ist es auf den heimischen Straßen offenbar gefähr­licher als auf den anderen des Ennepe-Ruhr-Kreises (mit Ausnahme von Witten, das zum Polizeipräsidium Bochum gehört).

Dennoch etwas Positives: Im EN-Kreis kracht es im Straßenverkehr seltener als im Landesdurchschnitt, auch verunglücken hier weniger Menschen als im Rest des Landes. ­Trotzdem zeichnen sich im Straßenverkehr Entwicklungen ab, denen die Kreispolizeibehörde entgegensteuern will. Das machten Landrat Dr. Arnim Brux, der Leiter der EN-Polizei, Ingolf Schween, sowie Dirk Happe, Leiter der Direktion Verkehr, bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen deutlich.

Es gibt Bereiche, die der Polizeispitze leichte Sorgen bereiten. Dirk Happe nennt den Anstieg der Kinderunfälle um etwa ein Viertel. Ausschlaggebend: zum einen die Eltern-Taxis vor den Schulen; wesentlicher ist indes der Anstieg der Unfälle, bei denen Kinder in Autos saßen, also nicht aktiv auf der Straße unterwegs waren (plus 100 Prozent). „Das ist für uns ein Rätsel, denn es gibt auch keine Hinweise, dass die Kinder nicht angeschnallt waren oder die Kindersitze ihren Zweck nicht erfüllt haben“, sagt Happe, der darauf verweist, dass es generell einen leichten Anstieg der Verletzten pro Unfall gibt.

Das hängt nicht zuletzt mit der gestiegenen Zahl an Radfahrerunfällen zusammen, die vor allem auch in Hattingen (28, nachdem es im Jahr 2013 noch 17 waren) in die Höhe geschnellt ist. Die Ursache liegt für die Polizei im erhöhten Fahrradtourismus durch den Ruhrtalradweg. „Doch wir glauben auch, dass uns deutlich mehr Radfahrunfälle ohne Fremdeinwirkung gemeldet werden als das noch vor einigen Jahren der Fall war, als noch nicht jeder ein Handy in der Tasche hatte“, erklärt Dirk Happe-

Zurückgegangen ist in Hattingen unterm Strich die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle: Waren es im Jahr 2011 noch 1675, im Jahr 2013 noch 1584, so wurden in den abgelaufenen zwölf Monaten 1501 Unfälle von der Polizei registriert. Ebenfalls rückläufig ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Unfallfluchten (2014: 319; 2011: 398).

Künftig will die Kreispolizei ihre Präsenz auf Radwegen verstärken, zudem der Schulwegsicherung und Geschwindigkeitskontrollen besondere Aufmerksamkeit widmen.