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Illegale Sammler stören Pfadfinder

19.05.2014 | 08:00 Uhr
Illegale Sammler stören Pfadfinder
Nur wenige Säcke sammelten die Pfadfinder – hier der Stamm von St Peter und Paul – bei der stadtweiten Aktion.Foto:FischerlFoto: Fischer

Noch vor der ersten stadtweiten Altkleider-Sammlung von Pfadfindern und Messdienern hatte der Kreis vor gewerblichen Konkurrenz-Aktionen gewarnt. Ohne Erfolg: Die Firma JB Tex sammelte am Samstag bereits am frühen Morgen unangemeldet, die Ausbeute der Pfadis und Messdiener blieb so nur gering.

„Unsere Motivation war groß, die Ausbeute ist eher gering“, bringt Lukas Hahne die Bilanz der ersten stadtweiten Altkleider-Aktion knapp auf den Punkt. Mit einer weit im Voraus angekündigten Sammlung von Altkleidern wollten die Pfadfinder aus Niederwenigern, Bredenscheid, Winz-Baak und Mitte sowie die Messdiener aus Niederbonsfeld ihre Ferienfreizeiten finanzieren. Doch am Samstag kamen den Jugendlichen, wie befürchtet, illegale Sammler zuvor. Noch vor der Sammlung hatte der Kreis vor gewerblichen Konkurrenz-Aktionen gewarnt (wir berichteten).

Die Firma JB Tex hatte ihre Sammlung kurzfristig mit Flugblättern angekündigt und sammelte in vielen Stadtteilen bereits am frühen Morgen unangemeldet Altkleider an den Straßenrändern ein – für die Pfadfinder blieb nur wenig Kleidung übrig. „Es ist schwer zu sagen, ob es ohne die Konkurrenz wesentlich mehr gewesen wäre“, gibt sich Pfadfinder und Organisator Lukas Hahne zurückhaltend: „Wir haben ja keinen Vergleichswert.“ Der Blick in den nicht einmal halb gefüllten Lkw-Container verrät dennoch die Enttäuschung der fleißigen Sammler. „In der nördlichen Innenstadt wurden gerade einmal 50 Säcke gesammelt“, resümiert Hahne und ergänzt: „Mein Wunschgedanke war, dass jede Gruppe rund vier Tonnen sammelt.“

Er habe aber bereits um 9 Uhr am Morgen Anrufe alarmierter Anwohnern erhalten, erzählt der 23-Jährige: „Die illegalen Sammler sind auf der Essener Straße in Niederwenigern wohl auf der Suche nach Altkleidern mehrmals auf- und abgefahren und haben fleißig gesammelt, noch bevor wir überhaupt begonnen hatten.“ Viele Anwohner hätten ihre Altkleider aus Sorge vor den illegalen Sammlern daher erst nach draußen gebracht, als sie die Pfadfinder gesehen hätten, so Hahne.

Versuchter Diebstahl am Container

In Niederbonsfeld seien die Illegalen besonders dreist vorgegangen, berichtet Messdienerin Liesa Werwer: „Die Sammler haben versucht, die von uns gesammelten Altkleider aus einem Container zu entwenden, der auf einem Privatgelände stand.“ Als die Messdiener sich den Dieben näherten, seien diese geflüchtet, zeigt sich die 21-Jährige bestürzt über das Verhalten der Konkurrenz. Auch in Niederbonsfeld seien die Illegalen den offiziellen Sammlern bereits zuvor gekommen: „Das ist sehr schade.“

Der Enttäuschung zum Trotz, planen Pfadfinder und Messdiener bereits die nächste Sammel-Aktion und lassen sich von den Trittbrettfahrern nicht einschüchtern. „Wir möchten künftig zweimal im Jahr sammeln“, gibt Hahne einen Ausblick. Allerdings wollen die Sammler künftig auf illegale Konkurrenz vorbereitet sein. „Entweder liefern uns die Leute ihre Altkleider persönlich oder wir holen die Kleidung direkt an der Haustür ab, damit die Säcke an der Straße nicht für jeden greifbar sind“, nennt Pfadfinderin Janina Keßler potenzielle Vorsichtsmaßnahmen für künftige Aktionen.

julia Benkel

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Illegale Sammler stören Pfadfinder
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2014-05-19 08:00
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