Illegale Freizeitangebote ärgern Waldbauern

Großgrundbesitzer und Waldbauer Lennart Nüfer
Großgrundbesitzer und Waldbauer Lennart Nüfer
Foto: Fischer
Geocaching und Überlebenstrainings abseits der Wege zerstören den Wald. Regionalforstamt wurde informiert.

Hattingen..  Geocaching, Mountainbike-Touren, Überlebenstrainings: Diese Freizeitaktivitäten gibt es in unregelmäßigen Abständen im Hügelland. Sie sind Waldbauern ein Dorn im Auge, weil die gewerblichen Angebote ohne Genehmigung stattfinden, wie jetzt Lennart Nüfer und Nachbarn feststellten.

Nüfer besitzt ein 34 Hektar großes Grundstück in Bredenscheid-Stüter. In seinem Waldstück seien nicht nur Geocacher abseits der Wege unterwegs, sondern auch gewerbliche Anbieter ohne Erlaubnis. So sei im Januar im Wald ein Überlebenstraining veranstaltet worden, bei dem die Teilnehmer lernten, wie man Feuer macht oder Fallen baut, sagt Nüfer. Er und zwei Nachbarn haben das Regionalforstamt Ruhrgebiet benachrichtigt, das die Sache verfolgen will. Denn auch in anderen Städten gab es ähnliche Vorfälle.

„Es geht nicht, dass man fremde Grundstücke betritt und dort auch noch Schäden hinterlässt“, ärgert sich Jochen Schulte, der 50 Hektar Land besitzt. Er weiß, dass in seinem Waldstück Mountainbiker unterwegs sind, die tiefe Spuren hinterlassen. „Sie bleiben nicht auf den Wegen, sondern fahren querfeldein. So wie einige der Geocacher“, sagt Schulte. Er und Nüfer haben mitbekommen, dass nachts Fahrzeuge über die Holztransportwege in die Wälder fahren, um Geocaching-Ziele zu suchen. „Es sind zehn Prozent, die über die Stränge schlagen, aber die verzerren das gesamte Bild“, findet Nüfer.

Nicht nur die Pflanzen werden geschädigt, auch die Tierwelt reagiert. „Einen Kauz haben wir bei uns schon seit zwei Jahren nicht mehr gehört“, bedauert Nüfer. Auch das Wild werde verscheucht, sucht Schutz in Dickungen, wo es junge Buchen frisst. Die Waldbauern sind der Meinung, dass die Aktivitäten überhandnehmen. „Ich würde die Leute höflich ansprechen und sie aufklären, falls ich sie direkt antreffe“, sagt Schulte. Eine Kontrolle sei jedoch schwierig.

„Solange sich die Personen an die Regeln halten, ist alles in Ordnung. Grundvoraussetzung ist es aber, den Eigentümer um Erlaubnis zu fragen, wenn man irgendwo etwas veranstaltet und dafür noch Geld nimmt“, sind sich die Waldbauern einig.