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Antwort auf Petition

Ikea nicht ohne Nachbarstädte

28.08.2012 | 22:00 Uhr
Ikea nicht ohne Nachbarstädte
Die Fertighausausstellung am Eichenhofer Weg soll nach dem Willen der Stadt Wuppertal einem Ikea-Homepark weichen.Foto: Hans Blossey

In Sachen Ikea-Ansiedlung mit Homepark auf dem Gelände der Wuppertaler Fertighausausstellung, an der unmittelbaren Stadtgrenze zu Sprockhövel, im Wohnbereich Erlenrode, atmet Anlieger Carsten Classe tief durch. Und mit ihm wohl weitere 100 Nachbarn. Classe, entschiedener Gegner der Wuppertaler Ansiedlungspläne, wandte sich im Dezember 2011 mit einer Eingabe an den Petitionsausschuss des NRW-Landtags. Jetzt erhielt er eine für ihn positive Antwort.

In Sachen Ikea-Ansiedlung mit Homepark auf dem Gelände der Wuppertaler Fertighausausstellung, an der unmittelbaren Stadtgrenze zu Sprockhövel, im Wohnbereich Erlenrode, atmet Anlieger Carsten Classe tief durch. Und mit ihm wohl weitere 100 Nachbarn. Classe, entschiedener Gegner der Wuppertaler Ansiedlungspläne, wandte sich im Dezember 2011 mit einer Eingabe an den Petitionsausschuss des NRW-Landtags. Jetzt erhielt er eine für ihn positive Antwort.

Danach sind kommunale Bauleitpläne den Zielen der Raumordnung anzupassen. Konkret bedeutet dies, dass zu dem Wuppertaler Entwurf des Teilplanes zum großflächigen Einzelhandel ein breites Beteiligunsverfahren durchgeführt werden muss. Somit sind die unmittelbaren Nachbarstädte Sprockhövel, Gevelsberg und Schwelm sowie der Ennepe-Ruhrkreis, die eine Ikea-Ansiedlung (mit 25 000 Quadratmeter Verkaufsfläche) und einem Homepark (21 000 Quadratmeter Fläche) mit innenstadtrelevantem Einzelhandel) zum Schutz ihres eigenen Einzelhandels ablehnen, in die Planung eingebunden und müssen angehört werden.

16 000 Fahrzeuge täglich

In der Antwort auf Classes Petition heißt es wörtlich: „Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt der Anteil der zentralrelevanten Sortimente im Homepark bei 56,1 Prozent und bei 20,9 Prozent im Ikea-Einrichtungshaus. Eine derartige Planung würde den zukünftigen Zielen der Raumordnung widersprechen und wäre bei Inkrafttreten der landesplanerischen Regelung unzulässig.“

Außerdem stellt der Petitionsausschuss fest, dass bis zum Inkrafttreten einer neuen gesetzlichen Regelung die Landesplanungsbehörde „raumbedeutsame Planungen“ untersagen kann, wenn sich ein Raumordnungsplan in der Aufstellung befindet und zu befürchten steht, dass die Planung einer Umsetzung der vorgesehenen Ziele der Raumordnung unmöglich machen würde.

In seiner Eingabe schilderte Carsten Classe den Mitgliedern des Petitionsausschusses, von denen wohl kaum einer ortskundig ist, auch die Auswirkungen des an die heutige Fertighausausstellung angrenzenden Wuppertaler Industriegebietes, in dem erst kürzlich ein Asphaltmischwerk eröffnet wurde. Topographisch bedingt, würden die schwer beladenen Lastwagen - etwa 400 am Tag - schon heute bergauf in Schrittgeschwindigkeit fahren.

Nach den Verkehrsgutachten der Stadt Wuppertal und von Ikea würde der Ikea-Homepark täglich von 16 000 Fahrzeugen angefahren. Carsten Classe: „Ein weitreichender Verkehrsinfarkt in der gesamten Umgebung ist da vorhersehbar.“ Zudem verwies der rührige Erlenroder auf geologische und hydrologische Gegebenheiten wie unterirdische und oberirdische Gewässer und auf die Arbeitsplatzsituation. Die Stadt Wuppertal werbe für den Homepark mit der Ansiedlung von rund 300 Arbeitsplätzen. Im Gegenzug sei jedoch mit dem Verlust von 250 bestehenden Arbeitsplätzen zu rechnen. Classen: „Die Stellungnahme des Petitionsausschusses ist ein Erfolg in der Sache für mich und die Anwohner. Der Möbelriese IKEA muss nun in den Vorgaben der Landesplanung und der Landesplanungs-Baugesetze bleiben und Wuppertal muss dafür nun die Überwachungspflicht übernehmen.“

Kurt Bein



Kommentare
29.08.2012
13:07
Ikea nicht ohne Nachbarstädte
von Wuppinator | #4

Ikea in Wuppertal muss und wird kommen, schon allein um verlogenen Städten wie Schwelm die Großhandel aus Wuppertal wie die Metro oder Roller-Möbelmarkt gern abwerben ohne dass es in Schwelm große Diskussionen um Konkurrenz fürs Innenstädtchen und das Sortiment und Verkehrsaufkommen gibt und dort ansiedeln aber im Verbund mit den anderen Eneppe-Städtchen dann gerne Stimmung gegen Ikea in Wuppertal machen, die Grenzen ihrer Verlogenheit aufzuzeigen.

29.08.2012
12:58
Vorgänge um Ikea, Ausdruck systematischer politischer Behinderung! 2
von Wuppinator | #3

wirklich funktionieren. Erbärmlich ist hierbei das Verhalten des Wuppertaler Umlandes zu sehen, der komplexbeladene Ennepe-Ruhrkreis der sich nun speichelleckend opportunistsich als Teil des Ruhrgebietes geriert und als solches sich einspannen lässt für Essen, Dortmund oder Düsseldorf Ikea-Konkurrenz in Wuppertal zu verhindern, natürlich nicht ohne vorher noch Großhandel aus Wuppertal abzuwerben. Es reicht, die Wuppertaler sollten endlich mit stolz auf ihre Geschichte und konfrontativ aggressiv und ruhig auch mit spiegelnder Arroganz gegen das Ruhrgebiet aufstehen, dessen verlogene großkotzige Selbstdarstellung mit denen auf Wuppertaler Seite liegenden Fakten entlarven und durch laute Provokation die gleichgeschalteten Medien (WAZ-Gruppe, WDR etc.) zwingen die wirkliche Bedeutung Wuppertals öffentlich zu diskutieren und kommunizieren und endlich anzuerkennen. Das liebe, brave und nicht fordernde, willfährig-harmlose Wuppertal muss Geschichte sein, sonst geht die Stadt unter!!! Ikea in

29.08.2012
12:53
Vorgänge um Ikea, Ausdruck systematischer politischer Behinderung!
von Wuppinator | #2

Diese Vorgänge um die systematische politisch intendierte Behinderung, Verhinderung und Demontierung Wuppertals als eins der ältesten industriellen und wirtschaftlichen Oberzentren Europas, diese Rolle im bescheidenem, aber immer noch bei weitem angemessenen Maße weiter spielen zu können, werden immer offensichtlicher. Die katholische Achse aus Ruhrgebiet und Rheinschiene ätzt und agiert wie vor 150 Jahren immer noch mit aller Macht gegen das damals so reiche und frühindustrialisierte protestantisch/calvinistische Wuppertal obwohl dieses heute politisch kaltgestellt und benachteiligte Urstromtal der Industrialisierung eben nicht zuletzt wegen dieses Mobbings und der systematisierten Benachteiligung bereits am Boden liegt. Dieses armselige und entlarvende ständige Nachtreten wie dies jetzt eben auch bei Ikea wieder zu beobachten ist, muss aufhören, denn eine Großstadt wie Wuppertal kann ohne vernünftigen Möbel-Einzelhandel, der ja systematisch aus Wuppertal abgeworben wurde, nicht wirkl

29.08.2012
09:30
Ikea nicht ohne Nachbarstädte
von DarkwingDuck | #1

wenn ich das richtig lese: ikea ja, homepark in der gewünschten größe nein!
homepark nur in abgespeckter version, im rahmen der geltenden entsprechenden gesetze! rechtslage einhalten! ist doch in ordnung!

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