Hunde-Detektive auf Streife
10.11.2011 | 18:27 Uhr 2011-11-10T18:27:00+0100
Hattingen. „Wuff-Methode“: Um nicht gemeldete Vierbeiner aufzuspüren, setzt die Stadt im kommenden Jahr tierische Schnüffler ein.
Ein Hund im Haus bereitet seinen Besitzern oft viel Freude. Doch dass ein Haustier nicht nur viel gibt, sondern auch etwas kostet, will so mancher Halter nicht wahr haben. Gemeint sind Hundesteuern. 110 Euro muss ein Tierbesitzer jährlich berappen, wenn er seinen Vierbeiner bei der Stadt anmeldet. Es gibt aber auch in Hattingen zahlreiche Hunde, die nicht registriert sind – und die sollen mit Hilfe ihrer Artgenossen jetzt gefunden werden. Hunde-Detektive auf Streife.
Den Haltern auf die Schliche zu kommen, stellt sich für die Stadt als schwierig heraus. Denn die Mitarbeiter dürfen die Wohnungen von Verdächtigen nicht einfach so betreten.
Um herauszufinden, hinter welcher Wohnungstür sich ein Hund verbirgt, wird in Städten wie Bochum oder Oberhausen bereits die so genannte „Wuff-Methode“ angewandt. Bedienstete der Stadt ziehen mit einem eigenen Hund los und lassen ihren Bello vor der Tür des Verdächtigen bellen. In Bochum zeigt die Methode jedenfalls Erfolg. Seit September sind mehr als 800 neue Hunde registriert.
Ein Beispiel, dem Hattingen gerne folgen würde. Weil der Stadt die zahlungsunfreundlichen Tierliebhaber ein Dorn im Auge sind, wird ein fester Posten im Etat bereitgestellt für die Hunde-Detektive. 50 000 Euro will sich die Stadt ab 2012 die Schnüffel-Aktionen kosten lassen. Während die Hunde-Detektive den Lockvogel spielen, zählen die Fahnder durch. „In der ersten Jahreshälfte 2012 beginnen wir mit einer Hunde-Bestandsaufnahme“, erklärt Stadtsprecherin Susanne Wegemann. Bis dahin werde man Angebote von erfahrenen Firmen einholen.
Die Hundezählung läuft dann folgendermaßen ab: „Verwaltungshelfer schellen an jeder Hattinger Haustür und werden die Bewohner fragen, ob sie selbst oder Nachbarn einen Vierbeiner besitzen“, sagt Wegemann. Darüber hinaus wird nach Indizien Ausschau gehalten. Erhärtet sich der Verdacht kommt der Hund ins Spiel. „Wer so plötzlich auf den Hund gekommen ist, erhält Post von der Stadt“, so Wegemann. Wer einmal ins Fadenkreuz der Fahnder geraten ist, muss detaillierte Angaben machen und Hundesteuer rückwirkend nachzahlen.
Erfahrungen aus anderen Städten hätten gezeigt, dass durch solche Aktionen 20 Prozent mehr Hunde angemeldet wurden. „Es geht uns allerdings nicht nur um die Einnahmen, sondern auch um Steuergerechtigkeit“, erklärt Wegemann. Doch was ist, wenn ein Tier nicht auf das Bellen der Hundedetektive reagiert? Oder wenn jemand zu Unrecht beschuldigt wird, weil die Fahnder einen Hundelaut hören, dieser aber aus der Nachbarwohnung kommt.
Überhaupt stellt sich die Frage, ob 50 000 Euro ein angemessener Etat für den Einsatz der Hunde-Detektive ist. „Die Ausgaben amortisieren sich nach einigen Jahren, je nach Erfolg der Spürnasen“, so Wegemann. Zurzeit betragen die Steuereinnahmen für die 3352 gemeldeten Hattinger Hunde 352 000 Euro.
16:49
Wenn ich schon meinen Hund irgendwo (auf fremde Grundstücke, Gehwege,..) ka..en lassen, mache ich die Schei.e wenigstens weg.
Das sollte das Ordnungsamt mal viel mehr drauf achten.
Diese Tretminen sind nicht zu ertragen.
Der arme Hund kann da ja nichts für, aber die Halter sollte man stärker belangen.