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Hund und Herrchen heilen

06.09.2011 | 20:00 Uhr

Hattingen. Heilpraktikerin Anja Kayser behandelt in ihrer Praxis Menschen und Tiere.

Aturo und Camillo muss sie keine Spur aus selbst gebackenen Leberwurstkeksen legen, um sie in den Behandlungsraum zu locken. Die Leckerchen sind seit der Eröffnung der Heilpraktikerpraxis sowieso ausgegangen. Und die zwei Vierbeiner folgen Anja Kayser auch ohne gern auf Schritt und Tritt. Schließlich sind es ihre eigenen. Das Besondere an der 45-Jährigen: Sie behandelt Hund und Herrchen.

Gelernt hat die Blankensteinerin einen kaufmännischen Beruf. Kenntnisse, die sicher auch bei der selbstständigen Tätigkeit nicht hinderlich sind. Seit 1998 praktiziert sie als Heilpraktikerin. Für Zweibeiner. Dass sie die Richtung eingeschlagen hat, lag an einem Vierbeiner, den die Naturheilkunde wieder auf die Beine gebracht hat. Der Hund wurde wider Erwarten nach einer Behandlung gesund.

„Ich hatte ein Pferd und schon immer einen Bezug zu Tieren“, sagt Anja Kayser. In der Behandlung beschränkt sie sich jetzt aber auf Hunde, zu denen sie den größten Bezug hat. Da sie immer hin und her gerissen war zwischen Mensch und Tier, hat sie eine Zusatzausbildung gemacht und kümmert sich jetzt gern um beide. Die Praxis an der Bahnhofstraße 32 bietet die Möglichkeit dazu. Um nicht mit Gesundheits- und Hygienevorschriften in Konflikt zu kommen, gibt es getrennte Behandlungsbereiche und unterschiedliche Eingänge.

Anja Kaysers Lieblinge dürfen zu Hause nicht aufs Sofa oder ins Bett, ,,das ist furchtbar“. Das „Analysesofa“ in ihrer Praxis ist erst recht tabu. Um eine Pfote zu verbinden oder eine Akupunkturnadel zu setzen, breitet die zweifache Heilpraktikerin ihren Hunden einfach eine Decke auf dem Boden aus.

Ob Hund oder Mensch: Das Individuum soll im Vordergrund stehen und möglichst sanft behandelt werden, sofern keine schweren Erkrankungen den Einsatz von Medizinern nötig machen. Schwerpunkt ist die klassische Homöopathie.

Siemens-Mitarbeitern hat Anja Kayser mit Laserakupunktur geholfen, sich das Rauchen abzugewöhnen. Sie selbst hat keine Erfahrung mit Glimmstängeln, „leider nein“. Wobei sich die Antwort lediglich darauf bezieht, dass sie nicht von eigenen Erfahrungen berichten kann. Die Erfolgsquote sei hoch gewesen. Es habe nur zehn bis 15 Prozent Rückfälle gegeben. Auch Teilnehmer hätten sich das Rauchen abgewöhnt, die vorher nicht an den Erfolg geglaubt hätten.

Gut mitreden kann Anja Kayser beim Abnehmen. Den Erfolg dokumentieren Fotos, auf denen sie „einige Kilo mehr “ auf den Rippen hatte. Jetzt sitzt sie rank und schlank zwischen ihren ebensolchen Hunden. „Ich kasteie mich nicht“, versichert sie, „esse normal“. Andere Zwei- und Vierbeiner tun das vielleicht nicht. Statt mit dem Hund zu laufen, was auch den Menschen fit hält, sitzen beide nur auf dem Sofa. Herrchen oder Frauchen machen auch das Tier zur Couch-Potato, das mit Essen verwöhnt wird. Was beiden nicht unbedingt gut tut.

Brigitte Ulitschka

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