Hund beißt, Besitzer zahlt

Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
41-Jähriger Hattinger wegen fahrlässiger und vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

Hattingen..  Für einen Angriff seiner Hunde auf eine Frau und eine Schlägerei im Anschluss musste sich ein 41-jähriger Hattinger am Montag vor Gericht verantworten. Er muss nun eine Geldstrafe zahlen. Körperverletzung, der Versuch einer gefährlichen Körperverletzung mittels einer gefährlichen Waffe und Fahrlässigkeit waren ihm vorgeworfen worden. Die „Waffe“ waren seine zwei Hunde, die er mit dem Befehl „Fass“ auf zwei Frauen gehetzt haben soll.

Im August des vergangenen Jahres führte der Angeklagte am Abend seine Hunde in Welper aus. „Als niemand zu sehen war, habe ich sie abgeleint“, gab er zu. Auch, dass die Hunde bellend losgerannt seien, als eine Frau sich dem Haus näherte. Die 43-Jährige erinnert sich, wie sie den Angeklagten „mit zwei kleinen Hunden“ traf. Sehr aggressiv seien die Tiere gewesen. „Er konnte nicht mit den Hunden umgehen“, sagte die Frau vor Gericht. „Sie haben gebellt, aber nicht gebissen“, beschwor der Hattinger unterdessen. Auch das Opfer konnte sich an den Zeitpunkt des Bisses nicht erinnern: „Ich stand unter Schock. Erst danach habe ich gesehen, dass es geblutet hat.“

Als eine Nachbarin ihr zu Hilfe gekommen sei, habe der Hundehalter „Fass“ gerufen. Das bestritt dieser vehement. „Vom Balkon hat jemand jemand gerufen ,Leine die blöden Tölen an’. Da habe ich zurückgebrüllt ,Halt die Fresse’“, erklärte er. Auch Richter Kimmeskamp wollte nicht ausschließen, dass es hier zu einem Missverständnis gekommen war.

Nicht misszuverstehen war unterdessen die Schlägerei im Hausflur, den der Hundebesitzer kurz nach den flüchtenden Frauen betrat. Denn inzwischen waren Sohn und Ehemann der Nachbarin eingetroffen. Es kam zum Handgemenge und zu Schlägen, wobei der Angeklagte Prellungen davontrug. Wer dabei angefangen hatte, schilderten beide Parteien vor Gericht genau gegensätzlich. Eine Körperverletzung blieb es aber so oder so. Und damit verurteilte das Gericht den 41-Jährigen zu 900 Euro Geldstrafe. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.