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Hotelier aus Leidenschaft

18.02.2009 | 19:10 Uhr

Seit 13 Jahren leitet Roland Stumpf das Avantgarde Hotel an der Welperstraße.Schon als Kind schielte der gebürtige Fuldaer auf diesen Beruf. Kontakt zu den Gästen ist ihm besonders wichtig

Bis zu 70 Stunden pro Woche arbeitet Roland Stumpf in seinem Avantgarde Hotel. Foto: Arne Poll

Wenn´s sein muss, hält Roland Stumpf auch mal die Stellung am Empfang. Oder er zapft das Bier hinter der Theke. "Man ist selbst mit an der Front", betont der 50-Jährige. Schließlich sei es wichtig, den Kontakt zu den Gästen zu suchen und zu pflegen. Als "Hotelier aus Leidenschaft" bezeichnet er sich selbst und nimmt dafür auch gerne eine 70-Stunden-Woche in Kauf. "Darüber darf man nicht nachdenken", findet er.

Seit 1996 ist Roland Stumpf geschäftsführender Gesellschafter des Avantgarde Hotels an der Welperstraße. Und dort will er auch bleiben - bis er seinen Job irgendwann mal an den Nagel hängt. Beruflich etwas im Bereich Restaurant oder Hotel zu machen, diesen Wunsch hatte er schon im Alter von sechs oder sieben Jahren. In einem Kurhotel in Gersfeld, nahe seiner Geburtsstadt Fulda, absolvierte er seine Ausbildung zum Hotelfachmann.

Einen entscheidenden Schritt für seine berufliche Laufbahn vollzog er 1982: Roland Stumpf machte sich selbstständig und übernahm sein erstes kleines Hotel in Stuttgart. Wenig später folgte ein größeres in Krefeld, wo er zusammen mit seiner Frau noch immer lebt. Das Avantgarde Hotel ist nun seine dritte Station als selbstständiger Hotelier. Dass er täglich zwischen Krefeld und Hattingen pendeln muss, stört ihn wenig. "Wenn es mal spät wird, habe ich ja eine Schlafgelegenheit hier im Hotel", sagt er.

48 Zimmer und 90 Betten hat das Haus. "Der Schwerpunkt liegt auf Businessgästen", sagt Stumpf. Es kämen aber auch immer mehr Touristen in die Ruhrstadt, gerade in den Sommermonaten. Vor allem wegen der Route der Industriekultur und des Ruhrtalradwegs. "Als ich vor 13 Jahren hier begonnen habe, sah das noch ganz anders aus", erinnert er sich. Damals habe man den Tourismus noch vernachlässigen können. Und ein weiterer Faktor: "Wir haben viele Musicalgäste, die zu Starlight gehen."

Wenn man Roland Stumpf nach den Bilanzen fragt, erzählt er durchaus mit Stolz: "Seit ich selbstständig bin, konnte ich den Umsatz in jedem Jahr steigern."

Ob das 2009 so bleibt, möchte er nicht voraussagen. "Ein kleines Plus würde ja schon reichen." Ins Gewicht fallen nicht zuletzt die hohen Raumkosten - Gas, Strom und Wasser. Erst danach folgen die Personalkosten für die 16 Mitarbeiter des Hotels. Hinzu kommen auch immer wieder Investitionen in die Ausstattung. "Man verändert die Dinge permanent", betont Roland Stumpf. "Man muss eben mit der Zeit gehen und gucken, dass man Trends erkennt."

Von Christoph Dittmann

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