Das aktuelle Wetter Hattingen 11°C
Hattingen historisch

Horst – das Kellergut

06.10.2012 | 19:00 Uhr
Horst – das Kellergut

Hattingen.  Im Rahmen seiner Reihe „Hattingen historisch“ beschäftigt sich unser Autor Gerhard Wojahn heute noch einmal mit dem Altstadtviertel Horst.

Vor rund 800 Jahren wurde von der Benediktinerabtei Deutz in ­Hattingen ein „Kellergut“ einge­richtet. Die klimatischen Verhältnisse im Mittelalter machten es möglich, bei der bestehenden Wärmeperiode Wein anzubauen. Das Anbaugebiet in Hattingen war das Gelände des späteren Wohnviertels Horst. Es grenzte bis an die Heggerstraße, schloss die gesamte Johannisstraße ein und endete am Kühlken. Günstiges Klima im 13. und 14. Jahrhundert ließ den Wein gedeihen.

Im 15. Jahrhundert hatten die Kriege Hattingen niedergebrannt und zerstört, hinzu kam eine allmähliche Klimaverschlechterung. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde aus dem Weinberg ein Wohngebiet (Quelle: Dr. Ulrich Drenhaus, Der Hattinger Wein­garten).

Kaum jemand kann sich noch an dieses heimelige, malerische Viertel erinnern. Das große Foto zeigt den Blick vom Osten auf das Zentrum des Wohnquartiers im Jahr 1900. Vor dem Hause Nr. 5 verläuft die Gasse rechts hinauf zur Stadtmauer (Graben, jetzt Augustastraße).

Haupthaus des Kellerguts

Horst Nr. 7 um das Jahr 1900, das Haupthaus des Kellerguts: Die zwei großen Fachwerkhäuser mit den Hausnummern 7 und 9 waren einst die Haus- und Hofstelle des Kellergutes.

Die Kinder spielen im Mittelpunkt des Wohnviertels. Der links abbiegende Verbindungsweg führt zum Lichtspielhaus Zur Glocke. Das Mädel auf dem nächsten Bild steht in der Gasse zur oberen Johannisstraße.

Wie schön wäre es doch, wenn das kleine, gerade einmal 14 Haustüren umfassende, abgeschlossene Wohnviertel Horst heute noch bestünde oder wieder aufgebaut worden wäre. Mit etwas Fantasie könnte ich mir vorstellen, einmal als Gast in einer Weinstube im Obergeschoss des Kellergutes zu verweilen und einen edlen Tropfen, natürlich ein Hattinger Erzeugnis, zu kosten und dabei über die Dächer der Altstadt hinweg auf den Kranz der umliegenden Berge zu schauen.

Was mir bei diesem Gedanken so vorschwebt, zeigt mein Foto aus dem Jahr 1956. Das Gelände mit dem Buschwerk im Vordergrund gehörte zur Horst. Am Horizont (von links nach rechts: Schulenberg und Hansberg, rechts des Kirchturms der Homberg; am linken Bildrand: Realschule Grünstraße im Bau, rechts das Kohlekraftwerk Gemeinschaftswerk).

Gerhard Wojahn



Kommentare
09.10.2012
09:23
Fotos?
von ErichMarre | #1

In der online Ausgabe fehlen die Fotos, das macht den Artikel fast unbrauchbar. Was soll das?

Aus dem Ressort
Grundsteuer soll 2015 in Hattingen stark steigen
Finanzen
Kämmerer Frank Burbulla bringt den Etatentwurf für das nächste Jahr in den Stadtrat ein und sagt:„Nur so sind die Mehrbelastungen im Sozialbereich überhaupt noch zu bezahlen“.
Niederbonsfeld attraktiv für Auswärtige
Niederbonsfeld 2030
Der Stadtteil im Jahr 2030: Das Entwicklungskonzept sagt weniger Einwohner voraus. Gastronom Andreas Silva und Sportvereinsvorsitzender Christian Kolz setzen auf Gäste und Sportler von außerhalb.
Kaum Wohnraum für Flüchtlinge in Hattingen
Asyl
Die Situation bei der Unterbringung von Flüchtlingen spitzt sich in Hattingen zu. Am Montag werden 235 der 238 vorhandenen Plätze für Asylbewerber belegt sein.
Freier Eintritt in die Wechselausstellungen im Stadtmuseum
Stadtmuseum
Der Rat entscheidet über die Museumstarife in Hattingen, über verkaufsoffene Feiertage und Ehrungen für Verdienste.
Wasserzähler sind in Hattingen unauffällig
Keim
Die Stadtwerke Hattingen geben Entwarnung: Wohl kein „Pfützenkeim“ wie in anderen Städten.
Fotos und Videos
Wolf Codera in Hattingen
Bildgalerie
Session Possible
Kindermusical begeisterte.
Bildgalerie
Jericho
Konzert
Bildgalerie
Chorerlebnis
Impressionen vom neuen Theaterstück
Bildgalerie
Laienspielgruppe