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Hormone für Erbsen und Gerste

19.09.2012 | 17:58 Uhr
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Hormone für Erbsen und Gerste
Schülerin Valerie Pfannschmidt (18) vom Gymnasium Waldstraße hat Erbsen und Gerste untersucht.Foto: Udo Kreikenbohm

Hattingen.   Valerie Pfannschmidt hat mit ihrer Facharbeit in Biologie das Wachstum von Pflanzen untersucht:Die Abiturientin des Gymnasiums Waldstraße gewinnt den diesjährigen Dr. Hans Riegel-Fachpreis.

Einen Monat lang hat Valerie Pfannschmidt (18) an Erbsen und an Gerste geforscht. Zu Hause hat die Schülerin des Gymnasiums Waldstraße in Töpfen die Pflanzensamen erst etwas wachsen lassen und sie dann nach acht Tagen täglich mit einer Hormon-Lösung besprüht. Über dieses Experiment hat sie im Schulfach Biologie bei ihrer Lehrerin Dr. Ina Sommer eine Facharbeit geschrieben: „Die Wirkung des Phytohormons Gibberellin.“ Heute wird Valerie Pfannschmidt in der Ruhr-Universität Bochum der Dr. Hans Riegel-Fachpreis verliehen. Die Schülerin gewinnt in der Kategorie Biologie den ersten Platz: 600 Euro. Das Geld hat sie allerdings schon ausgegeben.

Mutanten von Erbse und Gerste

Zum Inhalt der Facharbeit: Valerie Pfannschmidt beschäftigte sich mit Pflanzen-Mutanten, die ein dauerhaft verändertes Erbgut haben. „Die Gerste und die Erbsen, an denen ich geforscht habe, stellen das Hormon Gibberellin nicht oder kaum noch selbst her“, erklärt Valerie Pfannschmidt. „Bei Menschen wirkt das Hormon Gibberellin nicht. Bei Pflanzen ist es zum Beispiel für das Streckungswachstum der Zellen zuständig.“ Da den Pflanzen-Mutanten dieses Hormon fehlt, bleiben sie kleiner. „Sie wachsen nicht so hoch, haben einen dickeren Spross, sind dadurch stabiler, knicken nicht so leicht um, sind nicht so empfindlich gegenüber Wind.“ Dr. Ina Sommer: „Für die Landwirtschaft sind die Mutanten daher besser geeignet, sie bekommen dickere Samen oder Früchte.“

Pflanzen wachsen höher

In der Facharbeit stellte sich Valerie Pfannschmidt aber nun die umgekehrte Frage: Was passiert, wenn die Mutanten – denen das Hormon Gibberellin fehlt – plötzlich mit dem Hormon besprüht werden. Für ihren Versuch kaufte Valerie Pfannschmidt die Mutanten und die Hormon-Lösung und besprühte einige Gerste und Erbsen täglich, andere ließ sie zum Vergleich unbehandelt wachsen. Dann beobachtete sie, was passiert. Das Ergebnis: „Es ist tatsächlich so, dass die besprühten Pflanzen stärker und höher wuchsen als die unbesprühten.“ Sie haben also auf das Hormon reagiert. „Zudem habe ich gemerkt, dass die Erbsen-Mutanten weniger Gibberellin produzierten als die Gerste“, sagt die Abiturientin. „Die besprühten Erbsen haben eine hellere Farbe bekommen, sie waren insgesamt instabiler.“

Facharbeit steht im Internet

In Kürze kann die Facharbeit von Valerie Pfannschmidt auf der Internetseite (www.gy-waldstrasse.de) gelesen werden und wird in einem Sammelband der Ruhr-Uni Bochum erhältlich sein (www.rub.de/unishop). Mehr als 50 Schülerinnen und Schüler hatten sich auf den Dr. Hans Riegel-Fachpreis beworben. Die Arbeiten wurden von Wissenschaftlern der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät bewertet. Das Gymnasium Waldstraße bekommt für die gute Facharbeits-Betreuung der Biologielehrerin Dr. Ina Sommer einen Sachpreis von 100 Euro überreicht.

Valerie Pfannschmidt hat ihre 600 Euro schon ausgegeben. „Als ich erfuhr, dass ich gewonnen habe, bin ich mit meinem Freund nach Mallorca in den Urlaub geflogen, meine Eltern haben mir das Geld vorgestreckt.“ Erholung muss schließlich auch mal sein.

Lene Lemmer

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