Hoffnung auf bessere Zeiten

Jutta Kreutz
Jutta Kreutz
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Hattingerin Jutta Kreutz engagiert sich für die gebeutelte Stadt Donezk. Sie hält Kontakt zu Bürgern in der Ost-Ukraine.

Hattingen..  „Erzähl’ mal von Deutschland. Damit wir sehen, dass das Leben irgendwo noch normal läuft“, hört Jutta Kreutz am Telefon. Das sagt ihr ihre Freundin aus der ost-ukrainischen Stadt Donezk. Die Hattingerin Kreutz möchte sich über die Situation in der umkämpften Stadt informieren. „Frag’ lieber nicht“, sagt die Stimme am Telefon. Die Menschen würden sich nicht vor die Tür trauen. Manchmal kommt Jutta Kreutz gar nicht erst dazu, zu fragen. Fast täglich fällt irgendwo in der Stadt die Stromversorgung aus. Auch Wasser gibt es dann häufig nicht.

Dabei hatte Jutta Kreutz vor zwei Jahren noch das Gefühl, die Stadt könne bald auf eigenen Füßen stehen und brauche kein Hilfe mehr. „Wir waren erstaunt, wie groß die Fortschritte waren, die dort gemacht wurden.“ Jedes zweite Jahr fährt eine Delegation des Vereins „Gesellschaft Bochum-Donezk“ in die Ostukraine.

Der bisher letzte Besuch war im September 2013. „Von Unruhe war da keine Spur“, sagt Jutta Kreutz. Nur zwei Monate später gingen die Proteste auf dem Maidan in der Hauptstadt Kiew los. „Aber das war weit weg. Davon haben die in Donezk nichts zu spüren bekommen“, erinnert sich Kreutz. Eine Delegation aus der Ukraine war noch im Februar 2014 im Ruhrgebiet. Sie schaute sich die Onkologische Station des Essener Universitätsklinikums an. Eine ähnliche Station sollte in Donezk aufgebaut werden – mit Spendengeldern aus Deutschland. Das Projekt kam nicht weiter. Die Ärzte bekommen seit Oktober 2014 kein Gehalt mehr.

Viele junge Menschen sind aus der Stadt geflohen. Einige seien auch schon wieder zurückgekehrt. „Sie dachten, sie blieben nur kurze Zeit weg. Haben nichts für den Winter eingepackt und mussten wieder zurück“, sagt Kreutz. Kranke und ältere Menschen konnten erst gar nicht fliehen.

„Die Lage ist jetzt wirklich dramatisch. Die Menschen wünschen sich nur noch Frieden“, sagt Kreutz. Sie setzt ihre Hoffnung auf die ausgehandelte Waffenruhe, die zwischen den prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee ausgehandelt wurde. Obwohl es Berichte gibt, dass die Waffenruhe vereinzelt aufgeweicht wurde. Donezk braucht nun mehr Hilfe denn je, so Jutta Kreutz.