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Day of Song

Hell erklingt das Steigerlied

03.06.2012 | 23:00 Uhr
Hell erklingt das Steigerlied
Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool

Hattingen.  4. Chorfest lockte im Rahmen des „Day of Song“ in den Gethmannschen Garten.

„Glück auf“, schallt es an diesem Mittag durch Blankenstein – untermalt vom Läuten der Kirchen­glocken singt die Menschenmenge das Steigerlied und gibt den Startschuss für das 4. Hattinger Chorfest im Getmannschen Garten.

„Das war ein Gänsehautgefühl“, beschreibt Marlis Fry vom Initiativausschuss Hattinger Chöre später das gemeinsame Singen. „Gartenlust und Ohrenschmaus“ lautet das Motto des Chorfestes im Rahmen des ruhrgebietsweiten „Day of Song“. Neben sieben Chören stehen an diesem Tag ebenfalls Nachwuchsmusiker und Grundschulkinder auf der Bühne.

„Die Kinder aus dem Jeki-Projekt der Musikschule sorgen für die Instrumentaluntermalung“, weiß Fry und fügt hinzu: „Außerdem nehmen vier Grundschulchöre, also etwa 75 Kinder an unserem Fest teil und unterstützen die 240 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne.“ Durch die vielen Kinder sei auch das Publikum sehr gemischt.

Höhepunkt der Veranstaltung sei jedoch das gemeinsame Singen, betont Marlis Fry: „Viele Zuhörer kommen nur hierher, um gemeinsam mit den Chören zu singen.“ Rund 600 Besucher warten zeitweise vor der Bühne auf ihren gesanglichen Einsatz. „Das zeigt, wie viel Spaß das gemeinsame Singen macht“, kommentiert Fry.

Eine Überraschung erlebt indes Dieter Liebig, Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum. Bürgermeisterin Dagmar Goch verleiht ihm die Chormedaille. „Das war wirklich eine große Überraschung für ihn“, so Fry begeistert. Liebig habe „das Verhältnis zwischen den Chören, aber auch mit der Stadt, immer neutral zusammengehalten und sei jetzt für diese Leitung ausgezeichnet worden.“

Ein weiterer Grund zur Freude ist auch das Wetter beim Chorfest – die Sonnenstrahlen locken die Menschen zahlreich in den Gethmannschen Garten hinter dem Stadtmuseum. „Das Wetter ist ein Traum“, freut sich Fry, „wir haben wirklich Glück gehabt.“

Neben den musikalischen Verlockungen auf der Bühne, bietet das Programm im und ums Stadtmuseum den Besuchern eine abwechslungsreiche Alternative: So können auswärtige Gäste bei Führungen nicht nur den historischen Ortskern Blankensteins erkunden, sondern erhalten ebenfalls Einblicke in aktuellen Ausstellungen des Stadtmuseums. Künstlerin Angelika Herker lädt zudem mit ihrer Aktion „Gartenlust und Blumenhüte“ zum Basteln ein.

„Wir möchten unser Publikum ins Programm mit einbinden“, erklärt Marlis Fry – Sowohl auf, als auch abseits der Bühne. Das Chorfest selbst endet bereits gegen vier, dann übernimmt der Förderverein das Bühnenprogramm. Bis zum Finale gegen 22 Uhr unterhalten die Big Band der Musikschule sowie die Unplugged Ruhris ihr Publikum. Für Marlis Fry ist das Chorfest ein großer Erfolg: „Die Atmosphäre hier im Gethmannschen Garten ist gut, es herrscht eine gewisse Gemütlichkeit.“ Auch das Publikum sei von den Auftritten der Chöre und dem Rahmenprogramm begeistert. „Durch die gute Zusammenarbeit mit Kulturbüro und Stadtmuseum bin ich mir sicher, dass wir auch in Zukunft unsere Kräfte bündeln und auch in den kommenden Jahren wieder gemeinsam ein Chorfest auf die Beine stellen werden“, zeigt sich Fry optimistisch.

Sie singen, wo Opa früher malocht hat

Im Schatten des Hochofens stehen die Kinder im Kreis, klatschen im Takt der Musik und singen dann laut und ausgelassen Lieder vom Tanzen und Springen oder der alten Moorhexe. Unter dem Motto „Lieder, die wie Brücken sind – Kommt, lasst und gemeinsam Brücken bauen“ haben sich die katholischen Kindergärten des Ruhrbistums anlässlich der ruhrgebietsweiten Musikveranstaltung „Day of Song“ getroffen, um ein Fest auf dem Gelände des Industriemuseums Henrichshütte zu feiern.

„Wir haben uns hier getroffen, um gemeinsam zu singen“, beschreibt Marion Buchhorn vom Kindergarten St. Peter und Paul in Holthausen die Situation, denn: „Singen ist wichtig für Alt und Jung.“ Aus diesem Grund haben viele Kindergartenkinder neben ihren Eltern ebenfalls die Großeltern mitgebracht. „Das ist etwas ganz Besonderes, da viele Großväter früher hier auf dem Hochofen gearbeitet haben“, freut sich auch Birgit Schulz vom Industriemuseum.

Die Familien kommen an diesem Vormittag aus den verschiedenen Stadtteilen an der Henrichshütte zusammen. „Der Hochofen ist ein Symbol für unsere Heimat“, erklärt Marion Buchhorn die besondere Bedeutung des Ortes.

Neben dem Kindergarten St. Peter und Paul in Holthausen beteiligen sich am Fest ebenfalls die Einrichtungen St. Josef in Welper, Heilig Geist in Winz-Baak, das Familienzentrum St. Christopherus, die Kita St. Mauritius, der Kinder- und Elternchor „Hast du Töne“ sowie die Gemeinde St. Januarius in Sprockhövel. „Im Vorfeld haben sich etwa 300 Personen für das Fest angemeldet“, berichtet Buchhorn, „die Resonanz ist gut“. Nach dem gemeinsamen Singen stärken sich junge und alte Sänger schließlich beim Grillen auf dem Hüttengelände mit Würstchen und Getränken.

Julia Benkel



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