Helfen macht Spaß
14.04.2010 | 20:39 Uhr 2010-04-14T20:39:00+0200
Hattingen.Grundschüler setzen sich für Kinder in Südafrika ein. Um Geld zu sammeln, spülen sie oder spielen Flöte.
„Mir ist es egal, ob ich mit einem schwarzen oder einem weißen Kind spiele” und „Ich habe auch ausländische Freunde” erzählen Jungen und Mädchen der Bruchfeldschule den Vertretern der Aktion Tagwerk. Die hat an der Lessingstraße Station gemacht, um Erst- bis Viertklässler über Afrika zu informieren.
Das geht in der Turnhalle der Grundschule mit viel Spaß und vor allem mit Musik und Tanz ab. Doch so ausgelassen Innocent und Henry auch mit den Kindern toben und spielen: Sie haben auch eine Menge Probleme mitgebracht aus Südafrika. Durch die Fußballweltmeisterschaft rückt das Land in den Mittelpunkt. Und auch die Aktion Tagwerk setzt den Schwerpunkt dort.
Voriges Schuljahr gab es ein schwarzes Kind an der Lessingstraße. Zu Zeiten der Apartheid, die erst 16 Jahre her sind, hätte es nicht neben seinen weißen Mitschülern sitzen dürfen. Anschaulich bekommen die Hattinger vermittelt, welche Auswirkungen Rassentrennung im täglichen Leben hatte.
„Iss deinen Teller leer, in Afrika hungern Kinder”: Mit solchen Sprüchen animieren Eltern ihren Nachwuchs kaum dazu, aufzuessen. Ganz abgesehen davon, dass kein schwarzes Kind davon satt wird. Anders sieht es mit dem Einsatz der Hattinger Grundschüler aus. Der wird Kinder in Afrika nicht nur satt, sondern auch klug machen. Beschäftigen sich die Schüler hier doch nicht nur ausgiebig mit dem fremden Land, sondern legen sich auch mächtig ins Zeug, um Spenden zusammenzubekommen. Für Essen und Bildung.
Die Kinder hier bekommen schon mit, wie gut es ihnen doch geht im Vergleich, sind Schulleiterin Anne Buschmann und Projektorganisatorin Barbara Heiderich überzeugt. Geschockt ist der Nachwuchs, dass es Kindergärten in Garagen und schmucklose Klassenräume gibt. Dass Kinder nicht lernen dürfen, weil die Eltern das Schulgeld nicht zahlen können. Oder auf die Arbeitskraft der Kleinen angewiesen sind.
„Arbeiten” wollen jetzt auch die Jungen und Mädchen vor Ort. Allerdings nur in den zulässigen Grenzen des Jugendschutzgesetzes. „Dein Tag für Afrika“ sieht vor, dass sie an einem Tag nicht die Schulbank drücken, sondern aktiv werden und ihren Lohn spenden für Bildungsprojekte in afrikanischen Ländern. Um sich für Gleichaltrige einzusetzen, räumen sie zu Hause die Spülmaschine aus und kassieren dafür bei Mama und Papa. Ein Mädchen, dessen Oma im Altenheim ist, wird sich dort tummeln. Ein Flötenspieler war schon aktiv und ganz stolz darauf, dass er in der Stunde sechs Euro verdient hat. Sensibel sollen sie werden für Probleme anderer. Dass sie helfen, ist nicht ihre einzige Belohnung. Auch wenn sie jetzt wissen, wie schön es ist, lernen zu dürfen, bekommen sie doch die Hausaufgaben erlassen.
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