Heiterkeit, die aus dem Bauch kommt

Knacki Deuser
Knacki Deuser
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Was wir bereits wissen
Bei den ausverkauften Nachtschnittchen trat mit Tim Becker erstmals ein Bauchredner an. Auch Comedy-Veteran Knacki Deuser begeisterte die Gäste in der Gastronomie Henrichs.

Hattingen..  Bauchredner gibt es bei den Nachtschnittchen bisher gar nicht – bis Tim Becker am Montag das Publikum in der Gastronomie Henrichs zum Lachen brachte. Die erste Veranstaltung 2015 war schon seit Ende Januar ausverkauft. 200 Comedy-Fans sahen sich neben Becker auch Knacki Deuser, Achim Knorr und René Steinberg an.

Der Bauchredner trat mit einem Donut und einem Hasen auf, beides Stofffiguren – und überzeugte mit kessen Scherzen und losem Mundwerk. Der Donut erzählte den Gästen, wie seine internationalen Geschwister heißen: „In China Teig Ling, in Russland Donatski und in der Türkei Dönert.“ Kaninchen Kurt zeigte sich dagegen muffelig und meckerte das Publikum an. „Schauze!“ rief es, wenn die Gäste lachten. Das Tier sah auch alles andere als niedlich aus und hatte eigentlich keine Lust, dem Bauchredner beim Zaubern zu assistieren.

Besser gelaunt war Knacki Deuser, um den sich Helmut Sanftenschneider schon länger bemüht hat. Der Comedian, der einst „Night Wash“ erfunden hat, sprach viel Senioren, weil viele davor Angst haben älter zu werden. „Meine Eltern haben Senioren-Memory gespielt. Wer sich im Keller zuerst erinnert, was er holen wollte, hat gewonnen.“ In Köln begegne er vielen Rentnern, „auf eine Taube kommen zehn von ihnen“, witzelt er. Stellenweise gibt es sogar Ü90-Partys für Senioren. „Die beschweren sich über 100-Jährige, weil die bei den Bässen so schnell umkippen“, so Deuser, der auf der Bühne so tat, als ob er mit einem Rollator Breakdance macht.

Trockenen Humor brachte Achim Knorr mit, den die Stammgäste der Nachtschnittchen schon kennen. Mit kleinen Musikeinlagen auf der Gitarre und einer Menge Witzen wusste er zu überzeugen. „Ich habe mir einen neuen Gürtel gekauft, weil der alte Löcher hatte“, präsentierte er und sang über die Sorgen eines Mitessers: „Was ich nicht begreife, ist Seife.“ Manchmal taten es ein paar Wortspiele, die mit wenig Aufwand großes Gelächter erzeugten. Etwa das: „Der Bus ist weg, wie abgefahren ist das denn?“

Mit dem Auto ist René Steinberg nach Hattingen gekommen. Der Mülheimer steckte aber eine Weile auf der A40 fest. „Deshalb sind im Ruhrgebiet auch so viele Leute. Die kommen nicht mehr raus“, sagte er, bevor er sich über den neuen Job von Ronald Pofalla bei der Deutschen Bahn und einige Ideen für neue Musicals wie „Rocky“ oder „Das Wunder von Bern“ lustig machte. Aufs Korn nahm er auch Til Schweiger in seiner neuen Tatort-Rolle. Dazu imitierte er den Schauspieler und stellte ihm Herbert Grönemeyer als Assistenten daneben. Eine Kombination aus Nuscheln, was die Gäste erheiterte.