Hauptschüler rocken wieder
22.02.2012 | 18:04 Uhr 2012-02-22T18:04:00+0100
Sprockhövel. Die Sprockhöveler WAZ berichtet: Teilnehmer des Metal-lica-5-Sternrockfestivals verschwinden auf merkwürdig Weise!
Die Sprockhöveler WAZ berichtet: Teilnehmer des Metal-lica-5-Sternrockfestivals verschwinden auf merkwürdig Weise!
Ja, eine Ente - und auch wieder nicht. Denn die WAZ, das ist in diesem Fall die „Welt-All-Zeitung“, ein fiktives Blättchen aus dem Musical „Rockhövel“. Der Name kommt bekannt vor? Stimmt! Vor drei Jahren brachten die Schüler der Hauptschule das Musical auf die Bühne. Jetzt gibt es eine Fortsetzung: „Rockhövel - Der Spieß des Lebens dreht sich weiter“.
Zur Erinnerung: Der erste Teil des Musicals war die Geschichte um den Außerirdischen Tommek Galaxy, den eine Schlagerwelle traf und ihn mitten in Sprockhövel abstürzen ließ. Auch in der Fortsetzung geht es um den Außerirdischen. Und um die Space-Döner-Bude von Ali Mente.
„Dieses Mal bekommt Tommek auch einen Gegenspieler“, erzählt Andreas Lensing, Musiklehrer an der Hauptschule, der schon beim ersten Teil federführend war. „Denn es stellt sich heraus, dass Lord Kemmot Yxalag etwas mit dem Verschwinden der Teilnehmer des Sternrockfestival zu tun hat.“
Was sich auf dem Papier so schön liest, dafür nehmen alle Beteiligten viel Arbeit auf sich. „Jeder Schüler hilft bei den Vorbereitungen mit“, sagte Lensing. Insgesamt zwölf Gruppen kümmern sich um je einen Bereich, wie Bühnenbild, Tanz oder Gesang, um die Musik, basteln sogar Merchandising-Artikel - womit dann aber doch keiner gerechnet hat. „Irgendwann standen Schüler mit der Idee in meiner Tür einen Comic über das Musical anzufertigen“, erzählt Musiklehrer Lensing lachend. Doch er liebe es, wenn ein Projekt solch eine Eigendynamik entwickelt.
Mit einer ganz anderen Art der Dynamik kämpfen dagegen Marcus Schmidt (14) am Keyboard und Moritz Siebert (15) am Schlagzug. Laut, leise, schnell, langsam - und gerade eben zu schnell. Klaus H. Schröder, Musiker, ermahnt sie: „Das ist ein ruhiges, tragendes Stück, zieht nicht so mit dem Tempo an!“
Viel Zeit bleibt nicht, bis die Stücke sitzen müssen. Mitte März steht die Premiere an. „Und wir sind jetzt schon ziemlich nervös“, gestehen die beiden Schüler. Etwas ruhiger geht es bei der Pappmaché-AG zu, die einen riesigen Fön zusammenbastelt. Noch ist er halb Drahtgestell, später hat er sogar einen kleine Sprechrolle. Marvin Bröckelmann, der den Fön mit Kleister und Zeitungspapier verkleidet, ist überrascht. „Der hat eine Sprechrolle? Das wusste ich noch gar nicht.“ Das Besondere hier: Die AG wird gerade erst gegründet, der Fön ist das erste echte Stück der Schüler. „Das klappt aber schon ganz gut“, findet AG-Leiterin Renate Grünewald. Durch die Aula wummert gleichzeitig der Bass der Musikanalage. Es wird ein Hip-Hop-Tanz zu dem Stück „Ein Päckchen zu tragen“ einstudiert. Das Trommeln auf den Kartons wirkt dabei noch leicht, das gleichzeitige zuwerfen schon etwas schwieriger.
Die Hauptschule verspricht jedenfalls eines: Das Musical wird spannend, skurril und rasant-witzig – mit besonders viel Lokalkolorit.
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