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Job-Center

Hattingerin muss 25 000 Euro abstottern

18.10.2012 | 23:00 Uhr
Hattingerin muss 25 000 Euro abstottern
Kreiskämmerer Daniel WienekeFoto: Ralf Sichelschmidt

Hattingen.  Nach dem Urteil im Job-Center-Prozess unterschrieb die 57-Jährige eine Schuldanerkenntnis. Gegen ihre Kollegin (57) erwirkte der Kreis einen Vollstreckungstitel in Höhe von 700 000 Euro.

Auf die Mitarbeiterinnen des Job-Centers, die am Mittwoch wegen erwerbsmäßiger Untreue verurteilt wurden (wir berichteten), kommen erhebliche Rückforderungen zu.

Gegen die 55-jährige Frau aus Haßlinghausen habe der Ennepe-Ruhr-Kreis inzwischen einen Vollstreckungstitel in Höhe von 700 000 Euro erwirkt, erklärte Kämmerer Daniel Wieneke am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung.

Ihre Kollegin aus Hattingen (57), die bis zum Schluss vor dem Hagener Landgericht bestritten hatte, irgendetwas von den Betrügereien im Job-Center gewusst zu haben, hätte gegenüber dem Kreis sogar eine so genannte Schuldanerkenntnis unterschrieben. „Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie das zusammen passt“, schüttelt Wieneke den Kopf. Auf jeden Fall stehen dem Ennepe-Ruhr-Kreis daraus 25 000 Euro zu, die die ehemalige Mitarbeiterin abstottern wolle. Die Hattingerin erhielt, weil sie kein Geständnis abgelegt hat, mit drei Jahren und neun Monaten Haft die höchste Strafe in dem Prozess.

Und auch der Sohn der Ex-Mitarbeiterin des Job-Centers aus Haßlinghausen, der vom Landgericht freigesprochen wurde, muss tief in die Tasche greifen. Gegen ihn hat der Kreis einen Vollstreckungsbefehl in Höhe von 160 000 Euro erwirkt, so Kämmerer Daniel Wieneke. Bei dem Geld, das die beiden Mitarbeiterinnen unterschlagen haben, handelt es sich eigentlich um Mittel des Bundes. Der Kreis ist allerdings für die Verwendung verantwortlich und haftet dafür. Ein entsprechender Betrag sei inzwischen nach Berlin überwiesen worden. „Das ist abgeschlossen“, so Wieneke.

Sofort nach dem Bekanntwerden der Betrügereien seien die Sicherheitsvorkehrungen im Job-Center verbessert worden. Daniel Wieneke: „Die Mitarbeiterinnen hatten zum Beispiel Kontonummern im Com­puter geändert, um an das Geld zu kommen. Das ist jetzt nicht mehr möglich.“ Auch die Kontrollen beim Zahlungsverkehr seien verstärkt worden. „Natürlich vertrauen wir unseren Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeitern auch nach diesem Fall weiter. Die Maßnahmen dienen aber zu ihrer eigenen Sicherheit“, erklärt der Kämmerer des Ennepe-Ruhr-Kreises.

Klaus Bröking



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