Das aktuelle Wetter Hattingen 15°C
Soziales

Hattingerin engagiert sich für Frieden im Nahen Osten

13.08.2014 | 21:00 Uhr
Hattingerin engagiert sich für Frieden im Nahen Osten
Zeigt Solidarität vor Ort: Die Hattingerin Rosemarie zur Nieden mit einem symbolischen Olivenbaum als Zeichen für ihre Erntehilfe.Foto: Walter Fischer

Hattingen.   Die Hattingerin Rosemarie zur Nieden engagiert sich seit Jahren für Frieden. Der Druck auf Israel müsse verstärkt werden, sagt sie. Im Moment, aufgrund des Gaza-Kriegs, beschäftigt sie das Thema besonders.

„Die Palästinenser baden aus, was die Europäer, und vor allem die Deutschen, vor Jahrzehnten mit dem Holocaust verursacht haben“, sagt Rosemarie zur Nieden. Die ehemalige Welperaner Pfarrerin, geboren 1939, engagiert sich seit Jahren für den Frieden im Nahen Osten.

Mit großer Sorge beobachtet sie die Besatzung Palästinas durch Israel. 1979 war sie erstmals da, in Israel. Während des Sechstagekriegs 1967 bangte sie mit Israel. Auch in den achtziger Jahren führten ihre Reisen sie immer wieder in dieses Land. Und dann sah sie 1991, während des Golfkriegs, ein Video, das sie nicht mehr losließ. Wehrlose Palästinenser wurden von israelischen Soldaten geschlagen – „dafür gibt es keine Rechtfertigung“. Damit begann ihr Engagement für Palästina.

Rosemarie zur Nieden übernahm die Patenschaft für ein palästinensisches Mädchen – mit der Familie der inzwischen erwachsenen Frau steht sie noch heute in Kontakt. In den Folgejahren unterschied Rosemarie zur Nieden bei ihren Reisen zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten. Im Dezember 2007 nahm sie am ökumenischen Begleitprogramm teil. Drei Monate war sie als Menschenrechtsbeobachterin in Bethlehem.

Dialog auf Augenhöhe

Um ihre Sicht auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina zu schildern, verbildlicht sie die Situation: Ein Mensch liegt auf dem Boden, ein anderer hat seinen Fuß auf ihn gestellt und drückt mal mehr, mal weniger zu. Teilweise fügt der am Boden liegende seinem Unterdrücker große Schmerzen zu, der Fuß drückt daraufhin aber nur noch fester zu. Wie soll diese Situation gelöst werden? „Die einzige Lösung ist ein Dialog auf Augenhöhe – und dazu muss der Liegende erst einmal aufstehen können“, erklärt Rosemarie zur Nieden.

Die Berichterstattung in Deutschland beobachtet Rosemarie zur Nieden kritisch: Kritik an Israel würde schnell als Antisemitismus gewertet, dabei gibt es durchaus auch jüdische Kritiker der israelischen Politik. Europa müsse den Druck auf Israel verstärken. Täglich erreichen sie E-Mails aus Palästina und Israel, auch durch die hiesige Presse sei das Thema immer präsent. „Diese Ungerechtigkeit lässt mich nicht los“, erklärt sie ihr anhaltendes Engagement. Die Aufgaben des Ökumenischen Friedensdienstes umfassen vor Ort beispielsweise die Begleitung von Schülerinnen und Schülern zum Unterricht, um diese durch die gewaltfreie Präsenz zu schützen.

Vielleicht wird Rosemarie zur Nieden schon in wenigen Wochen wieder nach Palästina reisen – „dann beginnt dort die Olivenernte – mit internationaler Unterstützung. Ich kann mir vorstellen, dass viele Helfer vor dem aktuellen Hintergrund ausfallen. Da wird jede Hand gebraucht“

Elisa Schinke

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Zahngesundheit im Alter
Bildgalerie
Altstadtgespräch im Alten...
Reportage mit Hufschmied Thorsten Zippler aus Oberstüter
Bildgalerie
Handwerk Hufschmied
Reportage in der Backstube Nieland
Bildgalerie
Handwerk Bäckerei
Einweihungsfest
Bildgalerie
Schmökerbude
article
9697570
Hattingerin engagiert sich für Frieden im Nahen Osten
Hattingerin engagiert sich für Frieden im Nahen Osten
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/hattingerin-engagiert-sich-fuer-frieden-im-nahen-osten-id9697570.html
2014-08-13 21:00
Hattingen