Hattinger Wasser wird salziger
19.02.2010 | 17:19 Uhr 2010-02-19T17:19:00+0100Durch den massiven Streueinsatz ist der Salzgehalt in der Ruhr gestiegen. Experten sagen: Verzehr ist unbedenklich.
Die Salzkonzentration im Hattinger Trinkwasser hat sich im Vergleich zum Jahresschnitt aktuell verdoppelt. „Unbedenklich”, sagen die Experten und geben Entwarnung für die Verbraucher.
Alle Jahre wieder kommt es in Hattingen wie andernorts zu einem ähnlichen Prozess: Wenn es nach dem Winter wieder wärmer wird, schmilzt der Schnee und es taut das Eis. Und das zuvor auf die Straßen im Stadtgebiet gestreute Salz fließt über kleine Bäche zunächst in die Ruhr und landet schließlich im Wasserwerk Essen-Horst, wo das Hattinger Trinkwasser täglich aufbereitet wird.
Weil in diesem Winter außerordentlich viel Streusalz verteilt wurde – allein der Landesbetrieb Straßen.NRW setzte 350 000 Tonnen ein – gelangt auch eine größere Menge des Minerals ins Wasser.
„Dieses Mal kam sicher mehr Salz auf die Straßen als sonst, aber der Verdünnungseffekt im Wasser ist sehr groß”, sagt Heidrun Becker, Pressesprecherin von Gelsenwasser, das auch die Hattinger Stadtwerke versorgt. Dort bestätigt der für Wasser zuständige Meister Martin Kubalski: „Uns sind keine Probleme bekannt – unser Wasser entspricht der gültigen Trinkwasserverordnung.” Denn die setzt die Grenzwerte für Natrium und Chlorid erst bei 200 und 250 Milligramm pro Liter fest.
Aus der Trinkwasseranalyse des Wasserwerks Essen-Horst ergeben sich für Hattingen die Jahresdurchschnittswerte von 33 Milligramm Natrium und 41 Milligramm Chlorid je Liter Trinkwasser. Aktuell liegen beide Werte im Bereich um die 60 Milligramm, „und damit im Normbereich”, versichert Dr. Barbara Pätsch, Geschäftsführerin der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik GmbH (WWU), die das Trinkwasser für Gelsenwasser analysiert. Das bestätigt auch Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW: „Es ist Fakt, dass durch den hohen Streueinsatz vermehrt Salz ins Trinkwasser gelangt, aber das ist unbedenklich.”
Im Gegenteil: Heldt weist darauf hin, dass ganz normaler Sprudel salziger sein könne: „Es gibt viele Mineralwasser, die deutlich mehr Salz enthalten als das Leitungswasser.”
18:48
Wenn irgendwelche Analysen höher als normal sind werden sie einfach angepasst . Der Nicht Fachmann muß es einfach glauben .
22:16
Wenn soviel Streusalz ins Wasser gelangt, kann man es nicht filtern und wiederverwenden? Die Stadt schlägt ja auch vor, ich soll mein Streumittel auffegen und nächstes Jahr wiederverwenden.