Hattinger VHS bleibt auf Kosten für Deutschkurse sitzen

Deutsch lernen - für viele Flüchtlinge ist das essentiell. Für die Kurse an der VHS Hattingen gibt es von der Jobagentur aber keine finanzielle Unterstützung.
Deutsch lernen - für viele Flüchtlinge ist das essentiell. Für die Kurse an der VHS Hattingen gibt es von der Jobagentur aber keine finanzielle Unterstützung.
Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sieben Angebote für Flüchtlinge gibt es bei der Hattinger Volkshochschule. Die Nachfrage ist riesig - aber die Finanzierung ist ungewiss.

Hattingen.. „Die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden“, hat der chinesische Philosoph Konfuzius gesagt. Für Neuankömmlinge, die die Sprache des Landes nicht sprechen, ein Riesenkunststück. Bei der Bewältigung hilft die Volkshochschule – mit ihren unterschiedlichen Deutschkursen im neuen Programm. Sie sind offen für alle, werden aber hauptsächlich von Flüchtlingen genutzt. Immer mehr nehmen das Angebot wahr, sind begierig darauf Deutsch zu lernen. Hält das Interesse an, muss die VHS nach Wegen suchen, die Kurse refinanziert zu bekommen.

Im Moment prüft sie, wie viele Teilnehmer am Ball bleiben und weitermachen mit dem Sprachebüffeln. Sei der Bedarf an Folgekursen klar, werde die Stadt nach Wegen zur Finanzierung suchen, so Beate Schiffer. Im September 2014 hatte die Beigeordnete den Kulturausschuss auf den „Knackpunkt“ des steigenden Kursbedarfs für Flüchtlinge, der das Budget massiv beeinflusse, hingewiesen. Berit H’loch, zuständig für Sprachen bei der VHS, hatte die Kosten im Herbst 2014 für einen Kurs mit 1710 Euro beziffert.

Keine finanzielle Unterstützung

Im aktuellen Programm stehen jetzt insgesamt sieben Deutsch-Kurse zur Auswahl. Je zwei für Anfänger ohne (D1) und mit geringen Vorkenntnissen (D2). In Deutsch 3 gibt es ein Angebot, bei Deutsch 4 sind es zwei. 29 oder 30 Termine kosten zehn Euro und werden hauptsächlich von Flüchtlingen genutzt, stehen aber jedem offen, der die Sprache lernen will, so Berit H’loch. Beide Anfängerkurse seien voll „und noch genügend Teilnehmer auf der Warteliste“. Vom zweiten Anfängerkurs sei „einer voll und einer noch nicht ganz“.

Von der Jobagentur gibt es keine finanzielle Unterstützung. Sie kommt erst ins Spiel, bestätigt Ingo Niemann, Pressesprecher der Kreisverwaltung, wenn es Richtung Arbeitsmarkt und darauf zugeschnittene Kurse geht.

Motivation der Flüchtlinge ist groß

Am Montag hat sich bei der VHS eine junge Frau angemeldet, die noch keinen Unterricht hatte, sich aber schon so viel Deutsch beigebracht hat, dass sie gleich in den zweiten Kurs aufgenommen werden konnte. Die Motivation ist bei vielen sehr groß, bestätigt die pädagogische Mitarbeiterin der VHS. Der Unterricht könnte auch mit zehn Teilnehmern laufen, so H’loch. Es seien aber bei den Sprachkursen in der Regel 15. Das jemand wiederkommt, merkt sie häufig daran, dass er oder sie „unbedingt mit Herrn Sturm“ lernen möchte. Unterrichtet wird zweieinhalb Stunden zweimal die Woche – zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Lehrern.