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Hattinger Chöre

Hattinger Sängervereinigung: Singen tut der Seele gut

23.01.2012 | 16:38 Uhr
Hattinger Sängervereinigung: Singen tut der Seele gut
Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen.  Die Hattinger Zeitung stellt in loser Folge alle Chöre der Stadt vor. Los geht es heute mit der Hattinger Sängervereinigung.

Sie geben schon rein optisch ein eindrucksvolles Bild ab, die sangesfreudigen Männer in ihren grauen Sakkos und den dazu getragenen roten Krawatten. Mit ihren ausgereiften Stimmen ist die Hattinger Sängervereinigung ein wahrer Hörgenuss. In diesem Jahr feiert der Männerchor seinen 140. Geburtstag und blickt zurück auf eine Reihe bewegender und lustiger Momente aus dem Choralltag. Die Wurzeln der Sängervereinigung, des ältesten Männerchors in Hattingen, findet man in dem im Jahr 1852 gegründeten Hattinger Landwehr- und Kriegerverein, der wiederum aus dem Verband „Alte Kriegsveteranen von 1813“ entstanden war.

Jeden Donnerstag kommen die rund 45 Sänger im Pastor-Schoppmeier-Haus zusammen, um gemeinsam zu singen und neue Lieder einzustudieren. Gleich nach der Ankunft gilt es für viele erst einmal, sich in einem mit Tisch und Stühlen ausgestatteten Nebenraum zu versammeln, sich ein Bierchen zu genehmigen und Neuigkeiten auszutauschen, bevor anschließend 90 Minuten intensiv geprobt wird.

Zu Beginn der Probe begibt sich Chorleiter Gregor Brück ans Klavier und stimmt alt bekannte Gesangsübungen an. Schon beim Einsingen schallen die kräftigen Stimmen durch den Raum. „Sehr kreativ, wie ihr „Panis angelicus“ singt, wenn ich nicht wüsste, wen ich vor mir habe, würde ich es nicht glauben“, sagt der Chorleiter nach dem ersten Lied und stößt damit auf allgemeines Gelächter. Die Stimmung ist heiter und ausgelassen, die Männer konzentriert bei der Sache und trotzdem gut gelaunt. Die Füße wippen im Takt zu Klassikern wie „Vielen Dank für die Blumen“ und „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens. „Jetzt das Ganze noch mal, aber diesmal guckt doch bitte etwas freundlicher und verliebter“, ist Brücks Antwort auf „Merci Cherie“.

Chor oder Auszug

„Ich bin mit 18 Jahren, zusammen mit einer ganzen Truppe junger Spunde, dem Chor beigetreten“, so Andreas Wimmers, der erste Geschäftsführer. „Damals stellte mein Vater mich vor die Entscheidung: Entweder du trittst dem Chor bei Andreas, oder du ziehst aus. Da habe ich mich dann für das kleinere Übel entschieden“, sagt er mit einem Lachen. Sein Vater, Friedel Wimmers, ist Vizedirigent und schon seit fast 50 Jahren Mitglied der Sängervereinigung.

„Vom Sport habe ich mich abgewendet, dem Gesang an Stelle dessen gewidmet“, erzählt der erste Vorsitzende Burkhard Kneller. „Das hat meiner Figur nicht besonders gut getan, aber der Seele. Bei unserem Chor ist die Gemeinschaft besonders wichtig, wir machen auch außerhalb der Proben und Auftritte vieles gemeinsam.“

Bei den vielen Stunden, die die Sänger miteinander verbracht haben, ging es oft amüsant zu. „Ich erinnere mich daran, dass einem unserer Mitglieder bei einem Auftritt auf dem Untermarkt, als es ein sehr kompliziertes jugoslawisches Lied zu singen galt, vor lauter Wirrwarr im Mund die Zähne rausgefallen sind“, so Kneller.

Viele Veranstaltungen und Auftritte schmücken das bunte Geburtstagsjahr der Vereinigung. Konzerte und Feierstunden zum 140-jährigen Bestehen werden Ende des Jahres abgehalten. Zudem engagiert sich der Chor auch weiterhin aktiv für den Kinderhospizdienst Ruhrgebiet und unterstützt durch Spenden.

Annalena Rey

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