Hattinger S-Bahnhof Mitte fällt wieder durch

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Was wir bereits wissen
Der Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr verteilt schlechte Noten. Besonders Graffiti trüben das Bild. WAZ-Leserin Christel Lalla ärgert der fehlende Taxistand.

Hattingen..  Der S-Bahnhof Hattingen Mitte gehört zu den schlechtesten im Gebiet des VRR – das zeigt der aktuelle Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Als nicht akzeptabel haben die Tester das Tor zur Stadt für Bahnreisende eingestuft. Das Hauptproblem: Graffiti.

Vier Mal pro Jahr kontrollieren Tester des Verkehrsverbundes die Bahnhöfe der Region und geben Bewertungen ab. Zum wiederholten Mal schneidet der Hattinger S-Bahnhof Mitte dabei schlecht ab. Bewertet werden die Kategorien Sauberkeit, Funktion und Graffiti im Zugangsbereich und am Bahnsteig. Besonders Schmierereien sind den Testern in Hattingen immer wieder ein Dorn im Auge.

Dabei würden sie zwischen gewollten Verzierungen, wie den von Schülern erstellten Bildern, und anderen Graffiti unterscheiden. Entsprechend der Verschmutzung verteilen die Tester Punkte – in Hattingen war der Eindruck so schlecht, dass der gesamte Bahnhof, obwohl in Sauberkeit und Funktion mit akzeptabel bewertet, insgesamt ein nicht mehr hinnehmbares Bild bot.

Und obwohl Hattingen Mitte seit Jahren kontinuierlich als nicht akzeptabel abschneidet, sind durchaus Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren festzustellen. Zumindest bei der Funktionstüchtigkeit der Treppen und des Aufzugs gab es positivere Bewertungen – abgebildet wird aber immer nur eine Momentaufnahme.

Zuständig für die Instandhaltung der Anlage ist übrigens die Stadt. Die Bahn ist nur bei baulichen Mängeln, bröckelndem Putz etc., in der Pflicht. Der VRR wiederum kontrolliert zwar den Zustand der Bahnhöfe, hat aber keine rechtliche Handhabe um Verbesserung einzuklagen.

Viel mehr als die Verunreinigungen ärgert WAZ-Leserin Christel Lalla allerdings der fehlende Taxistand direkt am Bahnhof. „Gehört das denn nicht zur Funktion? Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel“, fragt sie. Denn Fahrstuhl und Rolltreppe funktionierten ihrer Beobachtung nach oft nicht.

„Nein, die Anbindung, zum Beispiel an Taxis, wird nicht bewertet“, sagt VRR-Sprecher Holger Finke. Die Verantwortung für den fehlenden Taxistand liegt wiederum nicht bei der Stadt, sondern beim Verkehrsverbund. Der hatte im Jahr 2012 gefordert, die von der Stadt eingerichteten Taxistellplätze auf dem Parkplatz zu streichen. „Der Parkplatz wurde mit öffentlichen Geldern gefördert. Da ist eine kommerzielle Verwendung nicht vorgesehen“, erklärt Finke. Bis vor Gericht war die Stadt gezogen, um die Plätze behalten zu können ohne die Förderung zurückzahlen zu müssen – ohne Erfolg.